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Verkehrsregeln in Schweden

Straße in Schweden

Reisen in Schweden ist einzigartig entspannt, verglichen mit einer Tour durch Deutschland. Hier wird längst nicht so aggressiv gefahren, und das Auto ist nicht so sehr Status-Symbol als vielmehr ein Verkehrsmittel. Insofern stehen die Zeichen für einen Urlaub in Schweden durchaus auf "cool", wenn man wenige Dinge beherzigt.

Die Vorschriften und Verkehrszeichen ähneln zum Glück denen in Deutschland und dem Rest des zivilisierten Europa doch sehr, also dürfte es da kaum Überraschungen geben. Wir wollen daher nicht die Selbstverständlichkeiten rauf- und runterdeklamieren, sondern auf die eher versteckten Regelungen hinweisen.

Ach ja, und wie immer ist das ein Artikel ohne jeden Anspruch auf hundertprozentige Richtigkeit und Verläßlichkeit. Wir machen alle Angaben wie stets nach bestem Wissen und Gewissen, übernehmen aber keine Haftung für die Richtigkeit. Unsere Liste ist auch sicher unvollständig.

Die Vorschriften haben wir mal in einer Tabellenform zusammengefaßt, in der Hoffnung es wird dadurch etwas handlicher (vielleicht zum Mitnehmen?). Los geht's:

Allgemein

Geschwindigkeiten

(a) Innerorts grundsätzlich 50 km/h

(b) Außerorts meist 70-90 km/h

(c) Schnellstraße meist 90 km/h

(d) Autobahn 110 - 120 km/h

Für Fahrzeuge > 3,5t zGG gilt abweichend außerorts und auf Schnellstraßen 80 km/h, auf der Autobahn 90 km/h.

Mit Anhänger darf nicht über 80 km/h gefahren werden.

Die konkrete Beschilderung genau beachten (es gibt Orte mit generell nur 40 km/h). Wenn Du kein Schild gesehen hast, fahre besser die geringere Geschwindigkeit. Tempoverstöße werden viel strenger geahndet als in Deutschland.

Die Schnellstraße erkennst Du am gleichen Symbol wie bei uns die Kraftfahrstraße. Die Autobahnen haben die gleichen Symbole wie bei uns.

Achtung: Autobahnen und Schnellstraßen sind auf grünem Hintergrund ausgeschildert, alle anderen Straßen auf blauem Hintergrund.

Gurtpflicht

Auf allen Sitzen, keine Ausnahme.

Kinder bis 1,35 m müssen ein altersgerechtes Sicherungssystem benutzen.

Alkohol und Drogen

Grenze für BAK ist bei 0,2

Drogen sind in Schweden absolut verboten, sowohl die Einfuhr wie auch der Besitz und auch der Konsum. Selbst Cannabis für medizinische Zwecke ist dort nicht gestattet.

Die Grenze ist schnell erreicht und kann gerade bei Rest-Alkohol noch eine Rolle spielen. Auch frühmorgens ist mit Alkoholkontrollen zu rechnen, z.B. an Zufahrten in Einkaufszentren. Solche Kontrollen erfolgen dann für alle, die in das Zentrum fahren, nicht nur bei Auffälligkeiten. Und die Strafen sind dramatisch, ab 0,3 setzt es 12 Monate Fahrverbot; die Zeiten nehmen dann mit steigenden Werten zu. Im Falle eines Unfalls gibt es Gefängnisstrafen. Die Bußgelder sind einkommensabhängig und können dementsprechend schmerzhaft hoch sein.

Beispiel: eine 75 schwere Person (m) trinkt innerhalb von 2 Stunden 0,4 l Wein mit 11%. Das sind gerade mal zwei Gläser zum Essen. Nach einem der gängigen BAK-Rechner hat diese Person dann eine BAK von 0,23 ‰, d.h. ist nach schwedischem Recht schon "drüber".

Drogenbesitz und /oder -konsum werden drastisch bestraft, schon kleinere Vergehen mit 6 Monaten Gefängnis. Cannabis wird rechtlich ebenso betrachtet wie z.B. Heroin. An der Grenze muss man auch damit rechnen, dass auch mal ein Spürhund durchs Wohnmobil geschickt wird (selbst erlebt, ohne "Fund" natürlich).

Ampeln und Kreisverkehr

Ampeln sind sehr selten in Schweden und jenseits der größeren Städte kaum zu finden. Die Kreisverkehre unterscheiden sich baulich nicht von denen in Deutschland. Im Kreisverkehr hat man Vorfahrt. An der Ausfahrt rechts blinken.

Viele Schweden fahren in einen Kreisverkehr mit vier Abzweigungen so ein: wollen sie 1. Ausfahrt raus, rechts blinken. Zweite Ausfahrt entspricht "geradeaus", also nicht blinken. Will jemand die dritte Ausfahrt nehmen, blinkt er links wie ein Linksabbieger und wechselt den Blinker dann in Höhe der zweiten Ausfahrt.

Manchmal gibt es mehrere Spuren. Die rechte Spur soll für die sein, die eh gleich wieder rausfahren. Mit dem Wohnmobil im Kreisverkehr die Spur nach rechts wechseln ist aber fürchterlich, weil Du absolut nichts mehr siehst im Rückspiegel in der engen Kurve. Da bleibt man lieber doch rechts (wenn die Markierungen das zulassen!) und fährt sehr langsam.

Mobiltelefon

Wie in Deutschland darf es nicht in die Hand genommen werden. Strafen beginnen bei 160 Euro. Wenn Du unbedingt telefonieren musst, benutze die Freisprecheinrichtung (es gibt im Jahr 2021 keine Ausrede mehr), oder fahre rechts ran.

Tagfahrlicht und Scheinwerfer

Es muss ganztägig mit Abblendlicht oder zugelassenem Tagfahrlicht gefahren werden.

In den Scheinwerfern sind andere Leuchtmittel als bei uns durchaus zugelassen. Es gibt also z.B. H4-Lampen mit 100/80 Watt. Der Scheinwerfer muss dafür geeignet sein (sind unsere in der Regel aber nicht).

Manche Fahrzeuge haben entweder dauernd leuchtende Tagfahrleuchten oder mit dem Schalter die Möglichkeit, das Abblendlicht bei laufendem Motor dauerhaft einzuschalten. Wo noch manuell oder über Dämmerungssensor geschaltet wird, hilft ein Aufkleber "LICHT AN!" im Sichtbereich.

Fahren ohne Licht kostet 135 Euro.

LKW fahren oft mit einer riesigen Lampenbatterie auf dem Dach durch die Nacht, mit mehreren 100 Watt Lichtleistung. Wenn der sich von fern nähert, sieht man das schon lange vorher. Für den Fall, dass der Dich nicht so schnell wahrnimmt, fahre rechts, schau nicht ins Licht, werde langsamer. Du kannst auch vor der Kuppe /vor der Kurve schon mal mit dem Fernlicht blinken, dann merkt er früher dass Du angefahren kommst.

Vorfahrt

Die Vorfahrtsschilder sehen aus wie bei uns, nur mit etwas anderer Farbgebung. "Rechts vor links" kann auch dann gelten, wenn die Straße von rechts eine eher unscheinbare winzige Straße ist. Es kommt auch nicht darauf an, ob eine nur geschotterte Straße in eine gut ausgebaute Hauptstraße einmündet.

Fahrzeug ausrüsten /Mitführen von Papieren

Ganzjährig

Warndreieck, Verbandkasten (Pflicht)

Feuerlöscher und Warnweste (empfohlen)

Batteriebetriebene Warnleuchte bei Fahrzeugen > 3,5 t zGG (keine schwedische Vorschrift gefunden, ist aber in Deutschland zwingend und deshalb sowieso an Bord)

 

Winter (01.12.-31.03.) zusätzlich

Winterreifen mit mindestens 3 mm Profil, bei Fahrzeugen > 3,5 t zGG sogar 5 mm Mindestprofiltiefe.

Eine Schaufel ist Pflicht, Frostschutz im Wischwasser auch.

Gilt auch für außerhalb Schwedens zugelassene Fahrzeuge!

Spikes sind u.U. zugelassen. Im Winter sind Schneeketten sehr nützlich.

Ersatzglühlampen

Reservekanister

Reservegas

Nicht zwingend vorgeschrieben, aber sehr ratsam.

Reservekanister: Einfuhr zollfrei bis 10 Liter, innerhalb Schweden dürfen 30 Liter mitgeführt werden. Heute (2021) lohnt sich die Einfuhr sowieso nicht, Diesel beispielsweise ist auf ähnlichem Niveau wie bei uns.

Reservegasflasche: mit den üblichen 2 x 11 kg Propan im Wohnmobil gibt es kein Problem.

Gerade weit oben im Norden gibt es nur wenige "bemannte" Tankstellen. Die Suche nach Ersatz kann sich zeitaufwendig gestalten. Tipp: Ersatzteile wie diese kauft man sehr gut bei "biltema" (https://www.biltema.de), da gibt es auch alles mögliche Wohnmobil-Zubehör.

Aufpassen: die Fährgesellschaften haben manchmal noch ganz andere Begrenzungen, vielleicht erlauben sie nicht mal einen Kanister. Die Gasflaschen müssen während der Überfahrt zugedreht werden, der Flaschenkasten bleibt auf.

Fahrzeugpapiere

Ausweise

Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugschein)

Personalausweis oder Reisepass

Führerschein

Grüne Versicherungskarte (nicht vorgeschrieben, wird aber dringend empfohlen! Kann man kostenlos von seiner Versicherung bekommen.)

Das Fahrzeug muss mindestens eine Haftpflichtversicherung haben. Es empfiehlt sich, die Anschrift der Versicherung, die Hotline und die Vertragsdaten zu notieren und mitzuführen.

Am besten den Führerschein auf das Scheckkarten-Format umstellen lassen. Das gibt bei einer Kontrolle den geringsten Erklärungsbedarf, weil die Fahrerlaubnisklassen "alt" nicht exakt den Fahrerlaubnisklassen "neu" entsprechen.

Aufpassen: einige Ziffern-Zusätze im Führerschein gelten nur in Deutschland! Vergewissert Euch unter allen Umständen, besonders z.B. nach dem Umtausch eines Führerscheins, dass Eure Klassen richtig eingetragen sind.

Aufpassen: Mindestalter ist 18 Jahre für PKW, das "begleitete Fahren" ist nur deutschlandweit erlaubt und würde in Schweden als "Fahren ohne Fahrerlaubnis" gelten.

Werkstättenverzeichnis, ADAC etc.

Europäischer Unfallbericht

ADAC-Karte (oder vergleichbar), möglichst Kontaktdaten zu schwedischen Partnerclubs.

Ein Werkstättenverzeichnis ist für Fahrzeuge in der Gewährleistung sicher ratsam. Unterwegs gibt es freie Werkstätten in jeder größereren Siedlung. Eine landesweite Kette ist "Mekonom". Reifendienste führen "Däck" im Namen und sind sehr zahlreich.

In Schweden mit einer Panne liegenzubleiben ist ärgerlich, aber kein Drama. Um das zu vermeiden, würde ich das Fahrzeug rechtzeitig vor der Abreise einmal gründlich durchsehen (lassen). Eine Inspektion würde ich ebenso zeitlich vor den Urlaub ziehen.

Behaltet dafür Eure Reisezeit gut im Auge! Wenn die Werkstatt was findet und das Ersatzteil ist schwer aufzutreiben, bekommt Ihr ein Problem.

Besondere Zeichen und Vorschriften

Das Schild ist praktisch zum Symbol für Schweden geworden und warnt vor Elchen. Auch wenn ich persönlich noch kaum einen Elch in freier Wildbahn über die Straße rennend erlebt habe: das Schild ist unbedingt ernst zu nehmen und steht da nicht umsonst!

Bei jedem Unfall mit Wild / einem Elch / einem Rentier ist zwingend die Polizei zu rufen! Das gleiche gilt bei erheblichen Sachschäden (= im Zweifel immer!) oder bei Personenschäden.

Wie bei uns darf die Unfallstelle nicht verlassen werden! Die Telefonnummer von Rettungsdienst und Polizei sollte man kennen oder griffbereit haben.

Es gibt weitere Schilder mit gut erkennbaren Symbolen für freilaufende Schafe, Pferde, Rentiere und auch für Wildschweine.

Warnt vor einer Unfallstelle (wird i.d.R. von der Polizei aufgestellt).

Es kann auch ein rot umrahmtes Dreieck aufgestellt sein mit der Inschrift "Olycka" (Unglück).

Nach einem Unfall mit erheblichem Sachschaden und /oder Personenschaden ist es in Schweden verboten, die Fahrzeuge zu bewegen. Hintergrund: es wird umfangreich seit Jahrzehnten Unfallforschung betrieben.

Geschwindigkeitsschwelle oder Bodenwelle.

Geschwindigkeit reduzieren: wenn ein Schild vor der Schwelle oder Mulde steht, ist das eine durchaus sehr spürbare Fahrbahnveränderung!

  Warnt vor Schneemobilen.

Sieht man öfter ungefähr ab Höhe Dalarna (nördlich der beiden großen Seen).

In der Tat fallen entsprechende "STOP"-Schilder auf, die irgendwo in einer Schneise im Wald stehen und dort scheinbar keinen Sinn machen: doch, die sind für die Schneemobile, die dort im Winter fahren.

"M" steht für "Mötesplatser" und bedeutet "Ausweichstelle".

Gerade auf engen einspurigen Straßen ist Ausweichen gelegentlich erforderlich. Es gilt: wer zuerst an der Ausweichstelle ist, fährt dort rein und wartet.

Kann man selbst nicht so gut ausweichen (z.B. langer Lastzug, der nicht vollständig dort hineinpaßt), dann signalisiert man das vor der Stelle. In der Regel fährt dann der Entgegenkommer ganz unproblematisch da rein.

Ortstafel

(die Rückseite, wenn man einen Ort verläßt, ist rot durchgestrichen)

 

Innerhalb des Orts sind nur noch 50 km/h erlaubt, wenn nicht durch andere Zeichen andere Limits gelten. Achtung: das Limit gilt exakt ab dem Schild - der Ortsanfang ist nicht das Signal "hier erst Gas wegnehmen" ...

Aufpassen: der Name des Orts /der Stadt kann auch in weißer Schrift auf blauem Grund auf einem extra Schild ein Stück davor stehen.

Aufpassen: die meisten Orte haben noch ein Schild "Tomgångskörning max 1 minut" zusätzlich am Ortsanfang stehen. Innerhalb der Ortsgrenzen darf ein PKW-Motor damit nur max. 1 Minute im Leerlauf laufen (Achtung Ampeln, Bahnübergänge, Stau ...!).

Eine spezielle Form des Linksabbiegens, meist auf Schnellstraßen

Hier gibt es eine bogenförmige Fahrbahn nach rechts, die dann den Linksabbieger wie bei einer Kreuzung wieder an die Hauptstrecke führt. Dort steht dann ein Stoppschild.

Hintergrund ist einfach, dass auf Schnellstraßen keine haltenden oder sehr langsam abbiegenden Fahrzeuge die schnelleren Fahrzeuge gefährden sollen.

Zusatzschilder sind meist blau (Erlaubnis) oder gelb mit rotem Rand (Verbot).

Es gibt sie in mehreren Varianten: Busse, Wohnwagen, LKW usw.

Die links abgebildeten Schilder bedeuten demnach:

  • nur für PKW und Wohnmobile (blaues Schild)
  • nicht für PKW und Wohnmobile (gelbes Schild mit rotem Rand)

Achtung: in diesem Zusammenhang gelten die beiden hier abgebildeten Schilder immer für PKW und Wohnmobil. Es kann auch Textschilder geben:

"gäller ej husbilen" = keine Wohnmobile; "endast husbilen" = nur Wohnmobile usw.

Verbot für mehrspurige Kraftfahrzeuge aller Art.

Zusatzschilder sind denkbar (Anlieger, Uhrzeiten usw.).

Es kann ein Zusatzschild geben: "gäller ej fordon med tillstånd" = "gilt nicht für Fahrzeuge mit Zulassung". Damit ist nicht etwa die "normale" Zulassung gemeint, sondern dass für diese Straße eine bestimmte schriftliche Zulassung erforderlich ist. Die bekommen i.d.R. nur Anlieger und bestimmte Dienstleister.

Das uns bekannte "Anlieger frei" entspricht "gäller ej behörig trafik" und bedeutet so ziemlich dasselbe wie bei uns (man möchte dort jemand besuchen, was einkaufen etc.).

Stop, und das ist ernst gemeint.

Du musst das Fahrzeug für mindestens zwei Sekunden anhalten (zähle "einundzwanzig, zweiundzwanzig"). Ansonsten kann es schon mal 250 € kosten!

Derselbe Tarif gilt dann übrigens auch, wenn Du am Zebrastreifen durchbretterst, obwohl Fußgänger ihn erkennbar benutzen möchten.

Gelbe Linien aufgemalt am Fahrbahnrand

Durchgezogene Linie: Halteverbot, unterbrochene Linie: Parkverbot.

 

Weiße Dreiecke aufgemalt an einer Einmündung

Sind statt einer Haltelinie weiße Dreiecke dicht aneinander als "Linie" auf die Fahrbahn gemalt, gilt das wie ein Schild "Vorfahrt gewähren".

(Bild links: Ausschnitt aus einem Screenshot, Google Street View)

Achtung: die Markierungen sind nach dem Winter manchmal ziemlich abgenutzt und kaum zu sehen. Faustregel: kommst Du aus der kleineren Straße und bist unsicher, verhalte Dich vorsichtshalber so, als wenn Du so eine Linie sähest.

Rot-gelbe und blau-gelbe Baken

Warnbaken und Richtungstafeln in Kurven können farblich unterschiedlich gestaltet sein. Rot-gelb ist die "normale" Kurve, vor scharfen Kurven warnt "blau-gelb".

 

Dütt und Datt

Rauchen am Steuer?

nicht ausdrücklich verboten Rauchen ist in Schweden sogar noch mehr verpönt als in Deutschland. Rauchverbot herrscht fast überall: an öffentlichen Plätzen, in Gebäuden, an der Bushaltestelle, in Restaurants, am Arbeitsplatz und natürlich auch auf Einladungen, Festen und Partys.

Parkverstöße

Die Kommunen legen fest, wie sie Parkverbote aufstellen und wie Verstöße geahndet werden. D.h., es gibt unterschiedlich hohe Geldbußen. Faustregel: je größer die Stadt und je zentraler der Parkplatz, umso höher das Bußgeld.

Eingeschränktes Halteverbot z.B. 90 Euro. Kann nach Hause geschickt werden, der Bescheid (zzgl. Kosten der Halterermittlung), oder die Polizei kassiert vor Ort.

Ohne Parkschein z.B. 60 Euro. Die Automaten sind immer in erreichbarer Nähe. Parkschein gut sichtbar auf das Armaturenbrett legen.

Pro-Tipp: Parkscheine sammeln und nach Hause mitnehmen. Wenn Du ein unberechtigtes Bußgeld nachgeschickt bekommst, kannst Du damit versuchen nachzuweisen, dass die Forderung nicht rechtens sei.

Gestrichelte Linie am Fahrbahnrand (außerorts)

Das ist der Bereich für langsame Fahrzeuge und Radfahrer. Man soll diesen Bereich nur ausnahmsweise benutzen.

Bist Du mit einem Wohnmobil mal ein wenig langsamer unterwegs, was in Schweden ja auch durchaus verlockend ist, so schert man auf diesen Streifen aus, um Schnelleren Platz zu machen. Siehst Du das Ende dieses Streifens voraus, solltest Du vorsichtshalber blinken, um wieder in die normale Spur zurückzufahren.

Tanken in Schweden

Das Tankstellennetz ist gut ausgebaut im Süden, aber im Norden dünn bis extrem dünn.Darüber hinaus gibt es Tankstellen, die nur aus einem großen oberirdischen Tank, einer Zapfsäule und einem Automaten für die Kreditkarte (wie auf dem Foto links) bestehen.

  • Habe grundsätzlich mehrere Zahlungskarten (VISA, Maestro, ...) dabei mit der richtigen PIN (!!). Mit Bargeld und der falschen / einer defekten Karte hast Du Riesenprobleme. Hier wird fast alles bargeldlos abgewickelt.
  • Du tankst meist wie folgt: Karte einschieben, PIN eingeben und Zapfstelle wählen. Die meisten Säulen bieten auch Deutsch als Sprache an, aber Du solltest das in Schwedisch auch beherrschen.
  • Jetzt kannst Du für einen Betrag x tanken. Die meisten Tankstellen lassen Dich bis 400:- SEK tanken, manchmal auch mehr. Dann geht die Säule erstmal aus. Willst Du mehr Sprit, musst Du den Vorgang wiederholen. Brichst Du früher ab (Tank voll), wird natürlich nur das abgerechnet, was wirklich durchgelaufen ist.
  • Nimm die Quittung mit!
  • Je nach Verbrauch und Größe Deines Tanks: habe immer für mindestens 150 Kilometer Treibstoff im Tank, sonst tanke. Bei uns passt Sprit für über 600 Kiometer rein, und die Markierung 1/4 paßt dafür ganz gut. Im ganz hohen Norden würde ich schon einen halbvollen Tank bei jeder Gelegenheit füllen. Irgendwann ist nämlich mal die einzige Tankstelle weit und breit gerade dann defekt ...
  • An den winzigen Automatentankstellen gibt es meist nichts außer zwei Treibstoffsorten, Diesel ist fast immer dabei. Diese kleinen Tankstellen kann man schon mal übersehen, die fallen gar nicht auf und sind nur knapp beschildert ohne große Werbung. Der Haken: Du kannst dort nicht im Kiosk mal eben einen Liter Motoröl oder eine Glühlampe holen. Das besorgst Du alles besser vor Reiseantritt.

Schotterstraßen

(grusväger)

Auch wichtige Straßen (mit zweistelliger Nummerierung) können durchaus über längere Strecken geschottert sein. Meist ist der Schotter auf Sand aufgebracht und sorgfältig gewalzt. Liegt die "Pflege" der Straße (d.h. fräsen und nochmal walzen) schon eine Weile zurück, kann es Schlaglöcher geben oder auch eine Wellblechpiste mit kurzen, meist auch ín regelmäßigem Abstand vorhandenen Querwellen. Das führt dann zum unangenehmen Aufschaukeln und rappelt furchtbar.

Hier ist guter Rat teuer: manchmal hilft es, die Spur nach links oder rechts zu verlassen. Da die Straßenränder aber noch weniger befestigt sind, ist das manchmal ziemlich riskant. Oder man fährt mit einer Geschwindigkeit, die nicht zum Aufschaukeln führt. Es kostet natürlich Überwindung, auf der Strecke statt abzubremsen sogar noch Gas zu geben - den Versuch ist es allemal wert.

Dashcam benutzen

Für den eigenen und privaten Bedarf sind Aufnahmen zulässig. Die Dashcam darf die Sicht im Fahrzeug nicht behindern. Beachte die Datenschutzbestimmungen und achte darauf, dass Personen und Nummernschilder auf dem Bild bei der Veröffentlichung nicht erkennbar sein dürfen (verpixeln).

Bei einem Unfall sind Dashcam-Aufnahmen als Beweis zulässig. Die Polizei darf Deine Aufzeichnungen übrigens auch dann beschlagnahmen, wenn Sie Dich für den Schuldigen hält oder sich allgemein Erkenntnisse über den Unfallhergang verspricht.

Raststätten, Rastplätze, Parkplätze

Große Raststättenanlagen bieten Tanken, Schnellrestaurant, Kiosk und Parkraum ähnlich wie bei uns. Auch gibt es meist im Außenbereich eine kostenlose Toilette, zusätzlich zu den Toiletten im Innenbereich.

Die etwas kleineren Rastplätze haben keine Gastronomie und keine Tankstelle, meist aber Toiletten. Und die sind wie die umgebenden Grünanlagen sehr gepflegt und werden richtig sauber gehalten. Dass man wie in Deutschland erstmal durch einen Pipi-Pool waten muss, um ins verdreckte Klo zu kommen, haben wir in all den Jahren in Schweden noch nie erlebt.

Die Toilettenhäuschen sind mehr oder weniger genormt. Man findet: ein Steh-Urinal, zwei normale Toiletten und einen Raum für Schwerbehinderte. Meist gibt es noch einen Raum, der mit "Latrin" beschriftet ist. Hier kannst Du eine Toilettenkassette entleeren und spülen. Einen Babywickelraum findet man gelegentlich auch noch. An einer Außenwand ist vielleicht noch ein Wasseranschluß, der für ein paar Sekunden Wasser gibt (meist so um die fünf Liter, Drucktaster).

Um zu erfahren, welche Rastplätze es gibt und wo der nächste liegt, sollte man sich die "Rastplatskartan" vom Transportstyrelsen besorgen. Die gibt es zum Herunterladen als PDF kostenlos. Ausdrucken lohnt sich. Oft bietet es sich gerade für Freisteher wie uns an, die Fahrtroute minimal für die Entsorgung anzupassen.

Auf Rastplätzen und Parkplätzen kann überall übernachtet werden, aber es ist nicht empfehlenswert. Meist sind die Plätze zwar wunderschön gelegen, aber ein LKW mit einem die ganze Nacht durchlaufenden Kühlaggregat stört doch sehr.

Personbil klass II?

Es gibt Personbil in den Klassen I und II. Die Klasse I umfaßt alles, was hauptsächlich für den Personentransport vorgesehen ist und nicht in Klasse II fällt. Die Klasse II ist für uns wichtiger, denn sie beinhaltet Wohnmobile und LKW. Für uns ist es vielleicht etwas irritierend, weil beide Klassen mit "personbil" bezeichnet werden.

Führerscheinvoraussetzungen: Ein Personbil der Klasse II mit einem Gesamtgewicht von weniger als 3,5 Tonnen darf mit der Klasse B gefahren werden. Das betrifft dann auch Wohnmobile bis 3,5 t zGG.

Ein Personbil der Klasse II, das schwerer als 3,5 Tonnen ist, erfordert die Einstufung C1 oder C. Das sind dann auch die Wohnmobile mit zGG über dieser Grenze. Wenn Du auch noch einen Anhänger mit Deinem schweren Wohnmobil ziehen möchtest, ist die Erlaubnis C1E oder CE erforderlich. Unterm Strich sind das die gleichen Voraussetzungen wie bei uns.

Tierabwehrspray (Tränengas)

Anders als in Deutschland ist nach dem schwedischen Waffengesetz das Führen, der Handel und die Einfuhr von Tränengassprays verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr, in geringfügigen Fällen bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet.

Dasselbe gilt auch für alle anderen Selbstverteidigungsgeräte wie Gaswaffen, Schlagstöcke, Elektroschocker pp. Auch für bestimmte Messer gelten restriktive Einfuhrhindernisse, das führt aber hier zu weit: informiert Euch bitte darüber bei den dafür zuständigen Stellen, vor der Einreise!

Anhalter

Schweden versucht auch mit scharfen Grenzkontrollen gegen illegale Einwanderer vorzugehen. Nimmst Du einen Anhalter im Wohnmobil mit über die Grenze, und der entpuppt sich als "Illegaler", dann hast Du ein Riesenproblem, weil Du dann als Schleuser angesehen wirst. Aus diesem Grunde werden auch gern Wohnmobile rausgezogen bei der Kontrolle, wenn nur der Fahrer von außen zu sehen ist (Alleinfahrer zum Beispiel). Da kommt dann ziemlich sicher auch die Hausbesichtigung mit dem Hund, und alle Türen auf. Fazit: keine Anhalter mitnehmen und wenn, tja dann warst Du ja gewarnt.

 


Die Grafiken der Verkehrszeichen sind Wikimedia entnommen. Sie sind gemeinfrei, da sie schwedische Verkehrszeichen des Zentralamts für Transport (Transportstyrelsen) darstellen.

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