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Mit dem Hund nach Schweden? Na klar!

Mit dem Hund nach Schweden

Hunde lieben nichts mehr als "draußen sein", und mit ihrem Rudel /ihren Menschen aufregende Abenteuer zu erleben. Gerade in Schweden stellt "frei laufen" für einen gut erzogenen Hund auf den ersten Blick kein Problem dar, doch so einfach ist es leider nicht.

Allerdings ist nicht jeder Hund gut erzogen, und in Schweden gilt offiziell immerhin Leinenpflicht. Was man nun genau beachten sollte, schildere ich in diesem kurzen Beitrag. Und wie immer gilt: ich gebe die Ratschläge nach bestem Wissen und Gewissen, wenn sich was als fehlerhaft erweist, übernehme ich keine Haftung! *)

Für die Einreise braucht der Hund zwingend:

  • einen EU-Heimtierausweis,
  • eine Anmeldung beim schwedischen Zoll,
  • eine gültige Tollwutimpfung (der 3-Jahres Impfstoff wird akzeptiert) und
  • eine Kennzeichnung mit Mikrochip.

Ruhige Nebenstraße auf Öland

Der Hund muss beim schwedischen Zoll angemeldet werden. Das ist wohl den meisten Touristen unbekannt und vielen vermutlich auch erstmal egal, aber die Schweden sind bekannt für saftige Geldstrafen auch im Straßenverkehr. Das könnte hier auch so sein, also: Hund anmelden! Dazu müsste man hinter der Öresundbrücke bzw. nach dem Verlassen der Fähre rechts rausfahren und sich zum Zoll durchfragen. Das könnte schon etwas Zeit kosten, gerade wenn die Hauptsaison beginnt und der Zoll eh viel zu tun hat. Es geht aber zum Glück auch online. Auf der verlinkten Website kann man seine Mailadresse eintragen. Es gibt dann einen Link zu der Eintragungsmöglichkeit. Tipp: achtet auf die Spracheinstellung, man kann die auch ändern. Dann sind die Ausführungen vielleicht verständlicher.

Die Prozedur ist kostenlos, gesetzlich vorgeschrieben und auch die Gründe sind nachvollziehbar: es gibt wirklich keinen Grund, davon abzuweichen.

Mühlen an einem Rastplatz auf Öland

Die Anreise ist für den Hund nicht unbedingt unterhaltsam, je nachdem wie lange sie dauert. Pausen einlegen ist ein Muss. Die Fähren sind durchaus viele Stunden (Kiel-Göteborg 14:30 h!) unterwegs, die der Hund möglicherweise nicht aushalten kann: zum Glück haben einige Fähren dafür vorgesorgt, und es gibt "Gassi-Bereiche". Unbedingt bei der Fährgesellschaft nachfragen und im Zweifel eine andere Anreise planen!

Den Hund im Fahrzeug zu lassen - auch im Wohnmobil - fände ich auch für kurze Überfahrten grausam. Im Fahrzeugdeck riecht es extrem nach Abgasen, dazu der Lärm, Geschaukel und Dunkelheit: das ist Stress pur für den Hund. Kann der Hund nicht mit an Deck: andere Fährgesellschaft wählen!

Zu den diversen Haken bei den Fährüberfahrten habe ich schon im Beitrag Reisen nach Schweden - ein kleiner Ratgeber was geschrieben. Noch besser finde ich persönlich - auch wenn ich mich an dieser Stelle wiederhole! - die Überfahrt über die drei Brücken (Kleiner Belt, Großer Belt, Öresund). Bucht man die Überfahrten im voraus, spart man einen netten Betrag. Die Tickets kann man selber drucken und dann (natürlich nur je einmal!) benutzen, wann man will. Das ist also streßfrei. Hin- und Rückfahrt kosten um 150 Euro. Ein Anbieter ist leider gerade ausgeschieden, wir suchen jetzt noch Alternativen. Man kann auch die Brücken ohne Buchung benutzen, dann zahlt man mit Kreditkarte am Mautschalter. Das kostet ein bißchen mehr, ist aber wohl die spontanste Möglichkeit.

Update (16.12.2019): Die Firma Knopf-Reisen (nach unserer Erfahrung sehr zuverlässiger Anbieter von Online-Buchungen) bot nach einer Art "Auszeit" wieder Brückenüberfahrten als Mail-Ticket an. Allerdings sind heute die letzten aktuellen Preise aus 2018. Es empfiehlt sich die Nachfrage, denn günstiger kam man bislang kaum an die Überfahrt mit dem Wohnmobil.

Weiterer Vorteil der Brückenüberfahrt: man kann jederzeit mal rechts ranfahren, wie es dem Herrn Hund beliebt!

Der Zoll schaut wegen der Probleme mit illegalen Einwanderern bei älteren Fahrzeugen oder "untypischer" Fahrzeugbesatzung (Alleinfahrer dürften dazugehören) schon mal in das Fahrzeug hinein, gern auch einmal mit Drogenspürhund! Das kann den eigenen Hund natürlich schnell auf die Palme bringen. Die Polizei und der Zoll sind höflich bis freundlich, aber bestimmt nicht zum Spaß an eurem Fahrzeug. Soll der Drogenhund wirklich hinein, dann denkt an den eigenen Fiffi, sonst gibt das Zoff. Erklärt dem kontrollierenden Beamten, dass ihr eigenen Hund im Fahrzeug habt und den erst vom Fahrzeug entfernen müsst!

Es gibt überall ausgeschilderte Park- und Rastplätze an den Straßen! Natürlich nimmt man seinen Hund hier an die Leine und entsorgt das große Geschäft im Beutel.

Mit Hund in Schweden!

In Dänemark gibt es sehr strenge Rasselisten, manche Hunderassen sind dort ausnahmslos (auch für Touristen!) verboten und die Dänen setzen das buchstäblich ohne jede Gnade eisern um. Wer also mit dem Auto /dem Wohnmobil durch Dänemark anreist, sollte seinen Hund daher dort nur an der Leine laufen lassen, und lieber nur zum Gassi nach draußen. Die reine Durchreise ist gerade noch erlaubt mit kurz Gassi gehen - mehr nicht! In Schweden gibt es derzeit keine Rasselisten, von der Seite droht Fiffi also keine Gefahr. Man sollte aber dringend Vorkehrungen gegen Zecken treffen (gilt für Frauchen und Herrchen gleichermaßen!). Zecken haben wir 2016 buchstäblich täglich von Carlo abgepflückt, trotz Zeckenhalsband. Die "Frontline"-Tropfen sind nach unserer Erfahrung nicht schlecht.

Schweden ist Hunden gegenüber nicht ganz so tolerant wie manch anderes Land, es gibt z.B. offiziell und fast überall Leinenpflicht

An Südschwedens Stränden - bis etwa auf die Höhe von Göteborg - sind Hunde von Mai bis Oktober nicht erlaubt. Ein "reiner Strandurlaub mit Hund" geht hier also in dieser Zeit gar nicht. An Seen findet sich manchmal eine mit “Hundbad” gekennzeichnete Stelle. In Restaurants und Cafés sowie Einkaufsläden ist der Hund meist nicht erlaubt. Auf jeden Fall fragen; manchmal kann man im Außenbereich mit Hund sitzen.

Wir haben den Hund mit einer leuchtend gelben Warnweste bekleidet, sobald es irgendwo in der Natur nach draußen geht. Während der Jagdsaison (man muss sich im voraus oder vor Ort informieren!) sollte man mit dem Hund sehr vorsichtig sein, was "frei laufen" angeht. Informiert Euch bitte rechtzeitig aus zuverlässiger Quelle, wo welche Jagdzeiten gelten. Gelingt das nicht im Vorwege, könnt ihr in Schweden vor Ort nachfragen, auch im Supermarkt oder vielleicht auch bei der Polizei.

In den meisten öffentlichen Bereichen - besonders in Verkehrsmitteln - ist ein Maulkorb vorgeschrieben. Diese Pflicht gilt auch in den Nationalparks und natürlich überall dort, wo besondere Schilder oder lokale Vorschriften das verlangen.

Tierärzte und Tierkliniken ("djur klinik") findet man ebenso wie hier, aber nicht in den kleineren Orten. Mit einem kränkelnden Hund kann es beim Tierarzt schon sprachlich Probleme geben. Deswegen ist es nützlich, bei einem chronisch kranken Hund (wie beim Mensch) die Diagnose aller bestehenden Krankheiten in Latein geschrieben dabei zu haben. Es ist nicht schlecht, wenn man für das Reisegebiet schon im Voraus eine Liste der Tierkliniken erstellt und griffbereit hat. Im Urlaubsland in Panik erst im Notfall eine Anschrift herauszusuchen, kostet viel zu viel Zeit!

Auch die bereits verschriebenen Medikamente mindestens für die Urlaubsdauer und ein paar Dinge für den Notfall muss man dabei haben.

Hundebeutel gibt es wie bei uns kostenlos an jedem größeren Park. Die Spender sind manchmal nicht gut zu erkennen, es schadet nichts, selbst eine Reserve dabei zu haben. Den Haufen darf man unter keinen Umständen liegen lassen, das geht in Schweden gar nicht!

Hundefutter gibt es in praktisch allen Supermärkten, zum Teil auch in riesigen Säcken. Wenn Euer Hund problemlos alle Futtersorten frißt und verträgt, braucht man also nichts mitzunehmen. Problematischer ist das mit mäkeligen Hunden, die exakt nur ihre Lieblingssorte fressen und ansonsten lieber hungern. Da würde ich vorher die Online-Angebote der schwedischen Supermärkte nach diesem Futter absuchen und zur Not eben den Vorrat mitnehmen.

Trinkwasser kann man überall bekommen, im Wohnmobil haben wir immer einen großen Extra-Kanister, der in kurzen Abständen gespült und neu befüllt wird. Der Hund wird auch gern das Wasser aus den Seen schlabbern wollen, gefährlicher als bei uns ist es nicht und den Hund davon abhalten zu wollen ist sinnlos.

Eine Haftpflichtversicherung (Tierhalter-Haftpflicht) ist auch hierzulande durchaus sinnvoll; einmal in die Versicherungsbedingungen schauen, ob auch Deckung im Ausland besteht - ansonsten vor Reisebeginn beantragen und - ggf. gegen kleine Extra-Prämie - mitversichern lassen!

Auf jeden Fall: habt viel Spaß mit dem Hund in Schweden!


 *) Ich übernehme keine Haftung für die Inhalte der verlinkten Seiten, weil ich auf die Inhalte keinen Einfluß nehmen kann. Sollte sich da was Illegales oder Unanständiges befinden, schreibt mir bitte eine Mail. Zum Zeitpunkt, als ich diese Liste aufbaute, waren das alles ganz normale informative Seiten zum Thema.

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