Insta360 X3
Insta360 X3

Irgendwann Ende 2023 kam uns ein Produktvideo - nein, keine Werbung, sondern ein Test auf einem der besseren YT-Kanäle - vor die Augen, in dem die Insta 360 X3 vorgestellt wurde. Jetzt, drei Jahre später, gibt es längst das Nach-Nachfolgemodell X5. Aber unsere X3 ist für unsere Zwecke super geeignet, wir mussten 2023 auch nicht lange überlegen. Ein wenig Zubehör musste es allerdings doch schon sein, denn so "out of the box" kann man mit der X3 nur begrenzt etwas anfangen.

Ohne das jetzt selbst überprüft zu haben, glaube ich, das trifft auch für spätere Modelle zu. Rechnet also noch was hinzu für sinnvolles (!) Zubehör. Auf geht's.

Bevor wir jetzt anfangen, mit Zubehör-Empfehlungen um uns zu werfen, nur ein sehr kurzer Abriß dessen, was die X3 ist und was sie kann: es ist eine 360°-Kamera, die ein einziges kugelförmiges (Kugelsphäre) Bild von der Umgebung erzeugt. Sie schafft das mit zwei Sensoren und zwei Objektiven, die an zwei Seiten des Gehäuses angeordnet sind, und durch Zusammenrechnen (stitchen) der so erzeugten 180°-Halbkugelbilder. Weil sie so klein, leicht und ausgesprochen handlich ist, eignet sie sich auch sehr gut als Action-Cam. Sie ist - in Grenzen - auch wasserdicht und soll tatsächlich auch kurze, nicht allzu tiefe Tauchgänge unbeschadet überstehen. 

Es ist theoretisch egal, wie ihr sie haltet, sie zeichnet die Kugelsphäre rund um die Linsen vollständig auf. Man kann sie übrigens auch so einstellen, dass nur eine Optik in Betrieb ist, aber das nur am Rande. Natürlich ist das Kugelpanorama nicht so super geeignet für eine Vorführung, aber der Clou liegt in der Nachbearbeitung - aus dem Video (oder Foto) erzeugt man zu Hause am PC mit dem Programm Insta360 Studio die endgültigen Bildausschnitte und Bildwinkel. Du kannst aus einem 360°-Foto jede Menge unterschiedlicher Einzelfotos produzieren. 

Zubehör:

  1. Ganz weit oben auf der Zubehörliste sollte die zu der Kamera passende Fernbedienung stehen, und zwar die Insta360 GPS-Action-Fernbedienung. Kostet etwas über 80 €, aber nehmt unbedingt das Original. Die Fernbedienung liefert der Kamera für alle Aufzeichnungen ein GPS-Signal. Man kann sie sich an den Finger schnallen und hat die Kamera auch dann unter Kontrolle, wenn sie am Selfie-Stick befestigt ist (was sie unbedingt sein sollte).
    Unsere ersten Bilder "unterwegs" produzierten wir hier: Das ehemalige Feriendorf
    Da hatten wir die Fernbedienung noch nicht - dann kannst du nur Video auf dem Selfie-Stick benutzen, weil du ja an den Auslöser nicht mehr herankommst. Deswegen gibt es in diesem Beitrag nur Standbilder (die Stills wurden übrigens in 4k exportiert, so schlecht sind die gar nicht).
    Zubehör: Fernbedienung
    Zubehör: Fernbedienung
  2. Der Drei-Meter-Selfie-Stick ist günstiger, etwas über 30 €. Der Hersteller nennt ihn unsichtbar, das bedeutet, dass die Kamera diesen Stick aus den erzeugten Bildern herausrechnen kann und dies sogar recht anständig schafft. Mit diesem Stick gelingen dir Aufnahmen in ungefähr 5 Metern Höhe, das ist wirklich schon ganz anständig und vor allem interessant für Szenen, die an Drohnen-Überflüge erinnern. Auch im Lost Place nicht zu unterschätzen, wenn man hier und da wirklich mal schlecht herankommt.
  3. Wir haben aufschraubbare Objektiv-Schutzkappen. Ich finde, die sind ein absolutes Muß. Ein Befestigungsring wird sorgfältig um jede Linse der Kamera geklebt, und dieser Ring nimmt mit einer Art Bajonett-Verschluß die stabilen Plexiglas-Abdeckungen auf. Ich finde nicht, dass die das Bild sonderlich negativ beeinflussen würden, und sie schützen die deutlich hervorstehenden Glaslinsen vor allerlei Kratzern. Also, bringt diese Dinger an, sie kosten nicht viel.
  4. Ein Unterwasser-Gehäuse wird sich lohnen, wenn man wirklich den Schwerpunkt seiner Aufnahmen Unterwasser hat. Da würde ich jetzt keins empfehlen können, weil für uns uninteressant.
  5. Vom Hersteller Neewer gibt es ein überwiegend brauchbares Zubehörpaket in einem kleinen Koffer, mit allerlei Halterungen, Gurten, Adaptern und einem Saugnapf-Stativ für die Autoscheibe. Auch ein kleiner Selfie-Stick ist dabei, den die Kamera ebenso gut aus den Aufnahmen rausrechnet. 
  6. Wenn es in eurem Zubehörpaket nicht drin ist, ein kleines "Gorilla"-Stativ, die sind flexibel und man kann sie um einen Ast /Pfahl wickeln und die Kamera hält zuverlässig auch dort.
  7. Wollt ihr außen am Fahrzeug filmen, geht das nur theoretisch mit dem Drei-Meter-Selfie-Stick. Wir haben das mal gemacht, es ist so najaokay, weil man den Stick sehr gut festhalten muss und das Ganze doch beim Fahren stört. Also ein Außenstativ, es gibt welche mit Saugnäpfen oder Magneten, wir würden Saugnäpfe vorziehen, die haften auf allen glatten Oberflächen und nicht nur auf Stahl. Achtet auf die Haltekraft und ob die auch wirklich dicht sind, sonst fällt die Kamera irgendwann doch ab. Ein Nylonfaden, gut verknotet und mit dem Auto verbunden, könnte dagegen eine Absicherung bieten.
  8. Ein Ladegerät war bei der Kamera nicht dabei, lediglich das USB-Kabel. Wir haben für zu Hause ein leistungsfähiges 65W-Ladegerät, das den Akku schnell füllen kann (und auch die Drohne gut versorgt), und unterwegs hängt sie irgendwo am USB-Anschluß vom Wohnmobil.
  9. Eine Powerbank kann nützlich sein, wenn man Timelapse- /Starlapse-Aufnahmen mal über Nacht machen möchte. Die schafft man ohne die Powerbank nämlich nicht, weil der interne Akku eine Nacht nicht durchsteht.
  10. Eine kleine Tragetasche für das mitzunehmende Geraffel ist sinnvoll, weder der Koffer vom Zubehör taugt dafür, noch wird eine Tasche "serienmäßig" mitgeliefert.
  11. Zusätzliche Akkus gibt es (man nehme am besten die Originale), aber wir haben keine bestellt. Wenn wir die Kamera an der Frontscheibe haben, für das eine oder andere Zeitraffer-Video, dann wird die Kamera über Kabel versorgt.
    Selbstbau einer Halterung
    Selbstbau einer Halterung
  12. Selbstbau: für meinen E-Scooter (Trittbrett Fritz) gibt es eine Smartphone-Halterung für den Lenker. Ich habe dafür eine Adapterplatte per 3D gedruckt, die eine Standardschraube für die Befestigung einer Action-Cam aufnehmen kann. Siehe das Bild, alles was hellgrau ist, kommt aus dem 3D-Drucker.

Pflege:

  • Immer mal wieder benutzen, längerer Nichtgebrauch im voll geladenen Zustand schadet langfristig dem Akku. Außerdem mag die Kamera ab und zu ein Firmware-Update ziehen, es ist störend, wenn das unbedingt am ersten Urlaubstag sich aufdrängen will.
  • Und auch mit der Fernbedienung immer wieder mal verbinden, sonst muß man die beiden wieder neu koppeln. Kein Hexenwerk, stört aber immer dann, wenn's gebraucht wird. 
  • Nur vollständig trocken weglegen! Wasserdichtigkeit ist ja schön und gut, auch und gerade wenn man im strömenden Regen filmen mag, aber Feuchtigkeit wird sich doch irgendwann hineinarbeiten. Also gut abtrocknen.
  • Mit dem Linsenschutz vorsichtig sein - er nimmt jeden Kratzer übel (schont natürlich die teuren Optiken). Kamera vorsichtig ablegen und möglichst nur staubfrei in die Schutzhülle zurückschieben.

Weiterführende Informationen:

Empfehlenswerter Kanal von Insta360 bei YT: https://www.youtube.com/@insta360

Film-Ideen: https://www.youtube.com/watch?v=XrvoLFM0Xm0&list=PLJ_d7VexdQ5mfnLu8WwpdbJY1bxT-uJhr&index=6