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Im alten Munitionslager, oder: die "Schneewittchen-Kaserne"

Im alten Munitionslager

Nebel ist ein angenehmer Begleiter beim Fotografieren: es gibt nur geringe Kontraste, die eine Kamera gut beherrschen kann, die Farben sind weicher, und allgemein werden die Bilder auch etwas "mystischer". An diesem Tag allerdings (10.04.2013) war es nur begrenzt neblig, dafür aber kalt und eisig. In etlichen wassergefüllten Räumen stand zentimeterdick Eis auf dem Fußboden, also war hier "aufpassen" das Motto des Tages ...

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Ein Krankenhausbesuch der etwas anderen Art ...

Das GSSD-Krankenhaus, Hauptgebäude mit Lenin-Bild

Immer noch wacht in diesem längst verlassenen Krankenhaus der GSSD der Genosse Lenin über Patienten und Personal ... die Gebäude sind hier angesichts des langen Leerstands natürlich schon arg verfallen, aber noch könnten sie saniert und einer neuen Verwendung zugeführt werden. In der Tat wurde einmal mit einem ausführlichen Exposé versucht, das gesamte Areal an mutige Investoren zu verkaufen: allerdings schrecken Beschreibungen wie "mögliche starke Belastung durch Munitionsrückstände" jeden Bauherren nachhaltig ab.

Das GSSD-Krankenhaus, Eingang zum Nebengebäude

Und so blieb das Areal einfach in den Verkaufsofferten hängen und diente zahllosen Fotografen als schön anzusehende, weil so gut wie nicht vandalisierte Location.


Das GSSD-Krankenhaus, Barackenwand

Die Gebäude stammen teilweise noch aus Kaisers Zeiten:

Das GSSD-Krankenhaus, Gebäude aus Kaisers Zeiten

Seit mehr als zwei Jahrzehnten haben die Spinnen ihre Netze rund um die trüben Fensterscheiben gewebt:

Das GSSD-Krankenhaus, Spinnenweben am Fenster

Sanitäreinrichtungen sind hier fast alle abgebaut worden.

Das GSSD-Krankenhaus, abgebaute Sanitäreinrichtungen

In den Fensternischen sammelt sich langsam Laub, und Rost nagt an den Gittern:

Das GSSD-Krankenhaus, Fenster mit rostigem Gitter und Laub

In den leergeräumten Sälen fällt nur noch wenig Licht durch die trüben Scheiben. Außerdem sind die Bäume und Büsche ungehindert gewachsen und verdunkeln zumindestens das Erdgeschoß.

Das GSSD-Krankenhaus, Saal mit einfallendem Licht durch eine Fensterfront

Manchmal wurden auch die Türbeschläge abmontiert ...

Das GSSD-Krankenhaus, Doppeltür im Küchengebäude

In den meisten Räumen sind auch die Fenster noch intakt. Durch die jahrzehntelange Vernachlässigung hat natürlich der Anstrich arg gelitten.

Das GSSD-Krankenhaus, offenes Fenster

In den primitiven Baracken, die wohl noch aus der Kriegszeit stammen und aus Raumnot zwischen die massiven Ziegelbauten gesetzt wurden, ist der Verfall am weitesten fortgeschritten. Die Dächer sind teilweise eingestürzt.

Das GSSD-Krankenhaus, eingestürztes Barackendach


Die letzten Benutzer waren Liebhaber von kräftigen und ... ungewöhnlichen Farben!

Das GSSD-Krankenhaus, Baracke mit rosa Wänden

Von den Gebäuden sind die aus Ziegelmauerwerk noch sehr gut erhalten. Und selbst wenn die schon ziemlich "runter" sind, hat das Mauerwerk aber noch keine Schäden. Man kann noch was draus machen ...

Das GSSD-Krankenhaus, Außenmauer aus Ziegelmauerwerk

Aber wer braucht in dieser Gegend noch so ein Gebäude - oder gleich das ganze Areal? Rundherum gibt es buchstäblich noch ganze verfallende Städte aus GSSD-Zeiten, die auch noch auf Käufer warten.

Das GSSD-Krankenhaus, Raum mit sowjetischen Hinterlassenschaften

Und man findet noch die eine oder andere Zeitung hier:

Das GSSD-Krankenhaus, russischsprachige Zeitung

Jetzt nähern wir uns dem Hauptgebäude. Der Bewuchs ist irgendwann einmal nach dem Verlassen der Anlage noch mal zurückgeschnitten worden, es war schon fast komplett zugewuchert.

Das GSSD-Krankenhaus, Hauptgebäude

Das Gebäude soll aus den 30er Jahren stammen, was vom Baustil her ungefähr hinkommt. Es ähnelt ein wenig dem Chirurgie-Gebäude in Beelitz-Heilstätten, das wurde auch um diese Zeit herum erbaut.

Das GSSD-Krankenhaus, gefliester Innenraum

Das Licht spiegelt sich schön in den Fliesen der 70er Jahre.

Das GSSD-Krankenhaus, drei Türen mit Rundbogen

Hier ist die Bausubstanz nur an einigen Stellen angegriffen. Aber das Dach hat bereits Löcher, der Verfall wird sich beschleunigen.

Türen mit Rundbogen

Die Fliesen sind manchmal noch vorhanden. Von den Türen blättert der vermutlich uralte Lack ab. Es riecht noch nicht muffig im Haus. Da sollte noch was zu machen sein. Aber - es gibt scheinbar keinen Bedarf!

Das GSSD-Krankenhaus - der berühmte Operationsstuhl

In einem der Operationssäle steht immer noch ein arg demolierter Operationsstuhl. Der Bodenbelag fehlt, ebenso die vor ein paar Jahren noch vorhandene Lampe.

Das GSSD-Krankenhaus, Schalttafel

Eine Schalttafel hängt funktionslos aus einem größeren medizinischen Gerät. Sie ist auch in den 30er Jahren angeschlossen worden und war bis ca. 1993 in Benutzung. Das nennt man "Nachhaltigkeit".


Hier wird mit aufgemalten Flaggen die deutsch-sowjetische Freundschaft beschworen. An den Ecken des Gebäudes gab es eine optimale Raumausnutzung durch diese Türnische, die weder den Flur noch die angrenzenden Zimmer allzusehr beengte.

Das GSSD-Krankenhaus, deutsche und russische Fahne aufgemalt

Die meisten Eingänge sind lange schon verriegelt und vernagelt. Allerdings sind einige Türen wieder geöffnet worden, oder - an der Seite zum Park - durch Witterung zerstört.

Das GSSD-Krankenhaus, ein Nebeneingang

In den Treppenhäusern gibt es teils kräftige Farben, aufgebracht mit dem typischen Ölfarbenanstrich. Die dicke Farbschicht blättert nun zusehends ab.

Das GSSD-Krankenhaus, abblätternde Farbe im Treppenhaus

In manchen Räumen ist noch eine originale Verfliesung sichtbar. Kräftige Farben gab es natürlich auch damals schon. Die Bäume im Park stehen inzwischen so dicht, dass das Gebäude nach wenigen Metern in den Wald hinein vollständig unsichtbar ist.

Das GSSD-Krankenhaus, Raum mit blauen Fliesen

Andere Treppenhäuser sind wieder grün oder beige - sollten die Farben eventuell zur Orientierung dienen?

Das GSSD-Krankenhaus, Treppenhaus und Tür im Flur

Auf dem Dachboden kann man sich nicht mehr uneingeschränkt bewegen. Der Boden ist schon sehr stark geschädigt. Wie man sieht, dringt Feuchtigkeit nun ungehindert in das Gebäude ein und wird es in etwa fünf bis zehn Jahren zerstören.

Das GSSD-Krankenhaus, beschädigtes Dach und Dachboden

Im obersten Stockwerk sind die Deckenhöhen viel niedriger als weiter unten, dafür gibt es sehr aufwändig gestaltete runde Fenster. Die sind Jahrzehnte nicht mehr geöffnet worden ...

Das GSSD-Krankenhaus, runde Fenster im Obergeschoß

Das Balkenwerk ist noch sehr stabil, obwohl auch hier schon viele Dachziegel fehlen. Der Raum in der Ecke ist kaum anderthalb Meter hoch und diente irgendeinem rätselhaften Zweck.

Das GSSD-Krankenhaus, der Dachstuhl

Etliche Dachgauben liegen nunmehr frei. Bald werden sie ganz vergammelt sein und wohl nach außen herabstürzen. Deswegen hält man sich ja auch möglichst nicht direkt neben einem solchen Haus auf.

Das GSSD-Krankenhaus, Dachgaube mit Resten eines Fensters

Ein Stück weiter steht noch ein Fenster offen. Wer die Fenster mal öffnete, ist natürlich nicht klar: aber einen Grund kann es dafür nicht geben. Man sieht ja draußen nichts außer dichtem Wald.

Das GSSD-Krankenhaus, Dachgaube mit Fenster


Praktisch nur an einer Stelle kann man noch die Parkseite und die Balkone sehen, der Rest ist zugewuchert.

Das GSSD-Krankenhaus, Parkseite des Hauptgebäudes

Weiter ging es in ein kleines Nebengebäude, etwa so groß wie eine Baracke, aber massiv gemauert. Trotzdem ist dieses Gebäude nun am Ende ...

Das GSSD-Krankenhaus, Dacheinsturz Nebengebäude

Am Ende des Hause befindet sich ein Raum mit einem großen Panzerschrank. Innendrin noch ein merkwürdiger Fund ...

Das GSSD-Krankenhaus, Panzerschrank mit Inhalt

Das Licht ist schwach, aber sehr fotogen. Mit einem Stativ ging das so eben noch zu fotografieren.

Das GSSD-Krankenhaus, Licht im Untergeschoß

Manchmal findet man noch die eine oder andere Hinterlassenschaft:

Das GSSD-Krankenhaus, russische Kiste im Keller

Die dicke Ölfarbe blättert in dicken Placken ab. Sieht gut aus!

Abblätternde Ölfarbe

Auf dem Dachboden des nächsten Hauses gibt es eine überraschend aufwändige Tür (für einen Dachboden jedenfalls). Auch das Licht: paßt!

Das GSSD-Krankenhaus, Tür auf dem Dachboden

Carlo folgte einem Freund von uns während der gesamten Tour.

Das GSSD-Krankenhaus, Carlo folgt einem Freund während der Tour

Auf dem Gelände gab es noch ein Holzhaus, anscheinend klassischer russischer Baustil. Hier wohnte eindeutig jemand "aus besseren Kreisen".

Das GSSD-Krankenhaus, Überreste eines Holzhauses auf dem Gelände

Sogar die Außenlampen sind noch unangetastet. Was für ein Fabrikat mag die Glühlampe wohl sein?

Das GSSD-Krankenhaus, Intakte Außenleuchte

Hinter dieser Eingangstür liegt dann auch schon ein großer Teil vom Dach. Aber das Mauerwerk ist immer noch sehr gut erhalten!

Das GSSD-Krankenhaus, Ansicht eines Nebengebäudes

Ein langes, auch aus den 30ern stammendes Versorgungsgebäude. Wir vermuten mal, es war die Wäscherei: denn die Küche fanden wir in einem anderen Haus.

Das GSSD-Krankenhaus, Nebengebäude (vermutlich Wäscherei)

Wieder eins der älteren Häuser des gesamten Komplexes. Hier wurde wirklich noch was fürs Auge gebaut.

Das GSSD-Krankenhaus

Und nun die Lage?

Nein, nicht zu diesem Areal. Die "Kenner" werden es sowieso schon erkannt haben, aber hier ist noch zuviel unberührter Verfall, als dass man das breittreten müßte. Wenn euch die Bilder gefallen haben, laßt doch mal einen Kommentar hier!

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Ein zweiter Besuch in der Fliegerschule

Ansicht des letzten erhaltenen Gebäudes

An einem wolkigen und ausgesprochen kalten Ostermontag, dem letzten Tag unserer kleinen Tour, gelangten wir auch zu der beeindruckenden Ruine dieser ehemaligen Fliegerschule. Es handelt sich um die Fliegerschule Hagenow, die nach 1945 durch die GSSD weitergenutzt wurde und seit 1994 verlassen ist. Weil das Gebäude schon wegen der markanten Form in Kombination mit der Bezeichnung leicht zu finden ist und ohnehin derzeit abgerissen wird, schadet ausnahmsweise mal die Verfügbarkeit der Lage nicht so sehr.

Los geht der Rundgang am westlichen Ende, von noch vier Steinsäulen von der Toranlage stehengeblieben sind.

Disclaimer und Warnung: dieses Gebäude ist wirklich sehr marode und obendrein beim Abbruch schon stark beschädigt worden. Es sollte von unerfahrenen Urbexern besser gemieden werden!

Ehemaliger Torbereich der Fliegerschule

Man kommt an einem hoch aufgeschütteten Wall vorbei, und dahinter verbirgt sich das letzte verbliebene Gebäude.

Ein Querflügel des letzten Gebäudes

Das Gebäude hat eine sichelartige Form und hat eine "gestreckte" Länge von 520 Meter. Der Kreisbogen, den der Grundriß beschreibt, umfaßt ein Winkelsegment von ca. 30°.

Ein Eingang zu einem Seitenflügel

Neun solcher Eingänge gibt es in den neun Querflügeln, dazu noch Eingänge an der "Innenseite" und einige größere Tore am Hauptkörper des Gebäudes. In der Mitte befindet sich eine Tordurchfahrt.

Im Innern des Hauptgebäudes

An den Enden sind die Querflügel eingestürzt bzw. (am westlichen Ende) schon abgerissen. In der Mitte sehen einige Bereiche des Haupthauses auch aus wie teils eingestürzt, teils abgerissen. Das ist auf den Luftaufnahmen besonders gut zu erkennen.

Hinterlassenschaft von Wehrmacht oder Roter Armee

Obwohl das Haus anscheinend sehr gründlich entkernt wurde (es fehlen alle Heizkörper und -rohre, die Kabel, die Wasserleitungen und Türen samt Zargen), so sind doch noch etliche Teile und Räume recht gut erhalten.

Teilweise abgerissener Bereich des Haupthauses

Auf dem oberen Bild sieht man die Türduchbrüche zum noch erhaltenen Korridor. Die Räume, die sich hier entlang des Korridors befanden, sind verschwunden und offenbar auch abgeräumt worden: Fazit also, kein Einsturz, sondern gezielt abgerissen. Am Bewuchs der Korridordecke erkennt man, das muss aber schon etwas her sein.

Relikte im Nebenflügel

Hier liegt eine komplette Fliesenschicht fast zusammenhängend am Boden. Alle noch vorhandenen Wandfliesen sind nur noch sehr locker am Untergrund befestigt. Sie fallen bei der kleinsten Berührung schon herunter.

Im Korridor - die Räume links sind entweder eingestürzt oder abgerissen. Hier wegen dem Schutt eher eingestürzt.

Im Korridor ragen durch die Türöffnungen große Schuttberge - die Räume links sind entweder eingestürzt oder abgerissen. Hier vermute ich, das ist wegen dem noch vorhandenen Schutt eher eingestürzt.

Mongolischer Krieger in einem Nebenraum

Dieser Mongolenkrieger ist fast das Letzte, was von der Sowjetarmee übrig blieb.

Deckenverputz hat sich gelöst

Dort, wo die Obergeschosse noch erhalten sind, steht der Einsturz bald bevor, denn die Unterkonstruktionen der Decken liegen offen und sind völlig korrodiert.


Überreste der Sanitäranlagen

In jedem Querblock und auch im Haupthaus sind noch die Reste der Sanitäranlagen vorhanden, allerdings sind sämtliche Installationen schon verschwunden. Interessant ist, dass fast alle Wandfliesen mit dicken Farbschichten übermalt wurden. Diese blättern jetzt durch die jahrzehntelange Vernachlässigung der Ruine ab.

Blick in einen Querflügel

Der Blick in die Querflügel bestätigt, dass man die Räume links und rechts der Korridore besser nicht mehr betritt. Nur die Korridore sind vollständig aus Beton erbaut, einschließlich der Decken zum Obergeschoß. Diese Böden sind noch tragfähig. In den Seitenflügeln / Querflügeln bestehen die Böden, wie man oben sieht, aus Balken mit darüber gelegtem Parkett. Und das ist, wenn noch nicht eingestürzt, marode und nicht mehr zu betreten.

Oben im Bild sieht es so aus, als ob die Trümmer des Einsturzes beseitigt worden sind. Wohl eine Spur vom Abriß?

Im ersten Stock, hinten fehlt der obere Teil des Gebäudes.

Im ersten Stock sind die Schäden durch Feuchtigkeit schlimmer, weil hier das Wasser direkt durch das lecke Dach eindringt. Hinten im Bild fehlt der obere Teil des Gebäudes. Man kann noch auf der Decke zum unteren Korridor gehen. Weil das aber offenbar nicht eingestürzt ist, sondern abgerissen wurde (fehlende Trümmer!), würde ich das nicht wagen: eventuell ist hier auch der Beton schwer beschädigt.

Urbex-Hund Carlo hält Wache

Während der Tour paßt Carlo auf uns auf. Er hat Heidenspaß am hin- und herwuseln, aber wir passen natürlich auch auf ihn auf - nicht dass er mit einem morschen Balken verunglückt!

Morsche Bodenbalken in einem Querflügel

Hier sieht man eine Bodenkonstruktion in einem Querflügel, die in den letzten Zügen liegt. Sollte hier jemand so leichtsinnig sein, den darüberliegenden Raum zu betreten, ist der letzte Balkenrest durch.

Einsturz- oder Abrißspuren im Haupthaus

Entlang des zentralen Flures finden sich immer wieder Türöffnungen, aus denen der Schutt der einst benachbarten Räume dringt. Weil die Außenwände statt aus Beton aus Ziegelmauerwerk bestanden, sind sie nicht annähernd so stabil wie der Hauptkorridor und demzufolge eine leichte Beute vom Verfall.

Ein einst vielleicht sogar bewohnter Kellerraum

Im Keller finden sich Räume, die nach den Jahrzehnten noch verfallener sind als die Obergeschosse, wahrscheinlich werden die Keller auch bei anhaltendem Regen geflutet. Das Bettgestell ist "Modell Wehrmacht".

Kisten der Sowjetarmee

Alle Kellerräume sind aufgebrochen oder gar nicht erst verschlossen. Es findet sich alle möglichen Hinterlassenschaften der letzten hier stationierten Truppen, meist Kleidungsstücke, aber alles hoffnungslos vergammelt.

Stabile Eisentür, knallgelb gestrichen

Die Türen zu den Kellerräumen bestehen meist aus Stahl. Es sind auch so gut wie die einzigen noch im Gebäude überhaupt noch vorhandenen Türen.

Erhaltene Fenster mit Vergitterung

In manchen Gebäudeteilen sind die Fenster noch recht gut beieinander, die Scheiben noch intakt und die Gitter noch vorhanden. Im Vordergrund ist dagegen das Mauerwerk bereits kollabiert.


Letzte Überreste der Möblierung

Von den Möbeln und der sonstigen Ausstattung ist fast alles spurenlos verschwunden. Vermutlich haben es die sowjetischen Soldaten beim Abzug mitgenommen, denn in der Heimat gab es ja überhaupt nichts.

Gut erhaltene Fenster

Manche Fenster waren noch sehr gut erhalten und ließen ein schönes Licht in die leeren, schuttübersäten Räume.

Rechts: Haupthaus mit westlicher Seite, die Tordurchfahrt führt auf die Innenseite.

Rechts: Haupthaus mit westlicher Seite, die Tordurchfahrt führt auf die Innenseite. Dort befand sich zu Wehrmachtszeiten die Rollbahn für den Flugbetrieb.

Spuren einer Verwertung

Im Mittelteil des Haupthauses, der inzwischen ebenso frei zugänglich ist wie die beiden schlecht erhaltenen Enden, befinden sich viele Räume, die offenbar von einer Recycling-Aktion genutzt wurden. Oben finden sich die Ziersteine, wie sie bei den Bautern der NS-Zeiten aus Repräsentationsgründen sehr oft für Toreinfassungen usw. verwendet wurden.

Die Fenster sind dort noch weitgehend verschalt

Hier sind die Fenster noch erhalten und meist verschalt. Es herrscht hier ständig Zwielicht. Fotografieren ist nur mit Stativ und langen Belichtungszeiten möglich.

Stapel mit Dachschindeln

Hier befinden sich auch lange Reihen mit aufgestapelten Dachziegeln in Schindelform (aus Ton). Sie stammen von den teilweise ja nicht mehr vorhandenen Dächern des Haupthauses (vergleiche dazu das Luftbild). Für Denkmalschützer ist es durchaus sinnvoll, auf solche Lager mit Originalbauteilen zurückzugreifen!

Recyclingwerkstatt in einem Querhaus

Hinter verschalten Fenstern wurden an langen Tischen Ziegel wieder nutzbar gemacht, d.h. Mörtelreste abgeklopft und dann die Ziegel in langen Reihen aufgestapelt. Ich vermute, die Aktion ist beendet worden, bevor sie abgeschlossen werden konnte. Denn hätte man die Fenster verschalt, wenn in diesem Raum Licht für die Arbeit gebraucht worden wäre?

Dachgauben, säuberlich ausgebaut und gelagert

Es finden sich auch viele gut erhaltene und sauber ausgebaute Dachgauben und andere Konstruktionselemente sauber aufgestapelt im Untergeschoß. Jemand muss sich sehr viel Mühe gegeben haben und wollte offenbar eine Menge vom Baumaterial weiter verwerten.

Hock-Klosett mit Bullauge

Das Gebäude ist durchaus beeindruckend erbaut mit einigen interessanten architektonischen Details, wie hier das runde Bullaugenfenster. Die ursprünglichen "normalen" Toiletten wurden von der Sowjetarmee bei fast allen von der Wehrmacht übernommenen Gebäuden durch diese typischen Stehklos ersetzt, wie man sie mit Schrecken im Frankreich-Urlaub beispielsweise kennenlernen durfte.

Hier Schutt, dort Schutt, an anderer Stelle besenrein

Hier Schutt, dort Schutt, an anderer Stelle besenrein zeigen sich die großzügigen Treppenhäuser. Die waren nicht ohne Grund so geräumig, denn wie schon zu Wehrmachtszeiten fand das nächtliche Antreten (bei Alarm usw.) meist innerhalb der Unterkunft statt.


Russischer Tapeten-Untergrund

Die Sowjettruppen haben in fast allen ihren Liegenschaften die Wände meist nicht gestrichen, sondern tapeziert. Als Untergrund dienten ausgediente Zeitungen, was man heute noch überall gut nachvollziehen kann. Die Tapeten sind längst abgefallen, die Zeitungen blieben manchmal noch an der Wand kleben.

In gut erhaltenen Mittelteil des Haupthauses

In gut erhaltenen Mittelteil des Haupthauses sind die Korridoren noch recht hell. Die Treppen sind ausgebaut worden, weil sie aus wertvollem Granit oder dergleichen gefertigt waren. Stattdessen gibt es hölzerne Rampen. Man ist sehr gut beraten, die erstmal für vergammelt zu halten und gründlich zu untersuchen, bevor man sie zu betreten wagt!

Parkettreste, Schutt und Blätter

Parkettreste, Schutt und Blätter sind im Obergeschoß häufig aufzufinden. Für das rätselhafte "Recycling-Unternehmen" wurden nur die Räume im Erdgeschoß benutzt.

Licht und Schatten prägen die Erscheinung des Raums

Licht und Schatten prägen die Erscheinung des Raums, bei dem ein Fenster so vernagelt wurde, dass noch ein Luftdurchsatz möglich ist.

Fenster mit fehlender Fensterbank

Auch die Fensterbänke wurden ausgebaut und in irgendeinem Raum zur weiteren Verwendung aufgestapelt. Als sich das Fenster dann löste, blieb es auf dem unterlegten Stein so schief stehen.

Skurril, der in der Farbe zum Graffiti passende Kinderwagen

Der Kinderwagen ist mir beim ersten Besuch in einem anderen Raum aufgefallen. Fotografen scheinen ihn gern als Detail zu benutzen. Hier sieht man auch etwas von der wirklich wenig vorhandenen Graffiti.

Fehlendes Stück im Oberstübchen

Und wieder fehlen ein paar Meter des Korridors in einem Obergeschoß. Das Wasser steht im Flur und wird sich geduldig nach unten fressen, bis auch Beton durch Frost seine Stabilität einbüßt.

Am nördlichen Ende des Haupthauses löst sich die Stirnwand

Am nördlichen Ende des Haupthauses angekommen, löst sich schon die Stirnwand ab. Hier befanden sich für den letzten Raum (im letzten Querhaus) noch Balken in der Wand, die sind aber bei einem Teilabriß schon verschwunden.

Hattet Ihr Spaß an diesem Rundgang? Dann schreibt mir doch mal. Und für ein paar Fakten noch ein paar Links:

Und hier die Lage des letzten Gebäudes der ehemaligen Fliegerschule:


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Videoclip: Der ehemalige Flugplatz Perleberg

Flugkontrollgebäude auf dem ehem. Flugplatz Perleberg

Während unserer einmonatigen Rundreise sind wir hier in der Nähe gewesen - einmal spontan die Ausfahrt genommen und hin! Zwei Gebäude kann man für einen Bruchteil einer Sekunde von der nahen Bundesstraße aus sehen (wenn man zufällig rechts raus schaut). Ich war schon vor ein paar Jahren mal dort: in der Zwischenzeit haben ein Aero-Club und ein paar Fans von Motocross das Gelände genutzt. Auch heute noch ist ein Teil in Open Street Maps als "Flugplatz" eingetragen. Dort, wo sich früher die Rollbahnen befanden und - so die Karten - eigentlich heute noch befinden sollten, ist nur ein bestelltes Feld mit Getreide auf dem Halm.

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In der Heeresmunitionsanstalt

In der Heeresmunitionsanstalt

Dieser Lost Place ist etwas ganz besonderes, weil hier auch ein Vierteljahrhundert nach Abzug der letzten sowjetischen Soldaten noch so gut wie keine Vandalen das Gelände verwüstet haben. In den Häusern gibt es noch zahlreiche unbeschädigte Fensterscheiben, obwohl natürlich eine Menge durch die Witterung zu Bruch gegangen ist. Hier sind die Gebäude in aller Ruhe verfallen - und damit es auch noch für ein paar andere Fotografen so bleibt (bis zum Abriß, der nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte), wird die Location nicht zu detailliert beschrieben. Nur sehr wenig Schmierereien sind zu sehen, allerdings ist leider auch nichts von den Sowjettruppen als Hinterlassenschaft aufzufinden.

Wie in jeder der über Ostern 2016 besuchten Locations findet man auch hier - seltsam, aber wahr - schwarze ausrangierte Röhrenfernseher. Das ist recht merkwürdig, weil ich darüber wirklich jedes Mal beim Betreten der Gelände oder vor einem Gebäude darauf gestoßen bin. Ich kann mir kaum vorstellen, daß die sowjetischen Soldaten damals ihre Fernseher liegengelassen haben sollten: angesichts der Mängel in ihrer Heimat hätten sie sogar defekte Fernsehgeräte mit Sicherheit ebenfalls abtransportiert.

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