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Ein Wasserzeichen in Photoshop erstellen

Quedlinburg (Anklicken für Vergrößerung)

Heute befassen wir uns einmal mit der rein praktischen Seite des Urheberrechts! Viele von uns Fotografen ärgern sich gewaltig, daß ihre Arbeiten ungefragt auf zahllosen, oft mit dubiosen Werbebannern zugepflasterten Seiten enden. Sehr oft ist kein Impressum vorhanden, oder ganze Bildserien landen unter falscher Autorenangabe in irgendeinem Forum. Versucht man nun seine Rechte durchzusetzen, so rennt man ebenso oft gegen eine Wand. Ich zeige in diesem Artikel kurz auf, worum es geht, welche Rechte der Urheber hat - und wie er die Bilder mit geringem Aufwand "unattraktiv" für illegale Zweitverwender macht.

Châtillon

Ganz kurz zum Urheberrecht

Als Fotograf ist man Urheber jedes einzelnen selbst angefertigten Bildes. Zum Urheberrecht gibt es viele ausgefeilte und gut verständliche Kompendien im Netz, deswegen hier nur ein paar Stichworte dazu:

  1. Erlaubt ist die Veröffentlichung fremden Bildmaterials grundsätzlich nicht. Nur der Urheber hat das ausschließliche Recht, über die Veröffentlichung seiner Werke zu bestimmen (§ 15 UrhG). Die Nutzung, zu der das Bild freigegeben wurde, ist natürlich erlaubt: so ist es vollkommen legal, ein schönes Foto herunterzuladen, auszudrucken und sich auf den Schreibtisch zu Hause zu stellen. Das ist keine "Veröffentlichung" im Gesetzes-Sinne.
  2. Komplizierter wird es, wenn man durch sein Handeln das Foto wiederum in die Öffentlichkeit bringt. Herunterladen, ausdrucken und damit z.B. eine Arztpraxis dekorieren ist - wieder im Gesetzes-Sinne! - ein "Veröffentlichen". Herunterladen und dann auf die eigene Webseite laden ist ebenso ein "Veröffentlichen".
  3. Ein wenig anders sieht es in den "sozialen Medien" aus. Das "Teilen", was man von Facebook kennt, ist eine Funktion zum Weitergeben des veröffentlichten Inhaltes. Der Fotograf, der sein Bild bei Facebook gepostet hat, weiß von vornherein um einen der Hauptzwecke von Facebook: das ist gerade das "Teilen" mit einem (vermutlich nicht mehr überschaubaren) Personenkreis. Hier kann sich ein Urheber nicht darauf berufen, "Teilen" wäre ein illegales Veröffentlichen. Aber Achtung: was geteilt werden darf, das darf man nicht herunterladen und dann erneut posten - ist zwar genau dasselbe Bild, macht aber rechtlich einen gewaltigen Unterschied aus.
  4. Es ist auch gestattet, einen Link zu einer Seite mit bestimmten Aufnahmen zu setzen. Auch das ist geradezu der Kern des Internets und kann folglich vom Inhaber einer Seite nicht unterbunden werden. Wer seine Seiten nicht verlinkt sehen möchte, hat derzeit nur die Option, sie unsichtbar zu machen. Das "Teilen" bei Facebook entspricht rechtlich gesehen damit dem "einen-Link-setzen" in der Welt jenseits sozialer Netzwerke.

Wie schütze ich meine Bilder vor unerlaubter Weiterverwendung?

Gute Frage. Kurze Antwort: gar nicht. Es gibt absolut keinen Schutz dagegen. Was veröffentlich wird, kann sich Sekunden später auf fremden Websites wiederfinden. Diese Inhalte bekommt man teilweise auch nicht wieder aus dem Netz heraus, oder man muß einen extremen Aufwand dafür treiben.

Man kann dann mehrere Wege wählen: keine guten Bilder mehr zeigen, die Qualität dramatisch absenken, die unberechtigten Nutzer straf- und zivilrechtlich verfolgen ... hat alles seine Vor- und Nachteile. Die schlechteste Option ist "gar nichts machen". Dann wird der Bilderklau überhand nehmen, weil das ja soviel einfacher ist, als sich selbst mal die Mühe für ein gutes Foto zu machen.

Ich persönlich fahre folgende Strategie:

  1. Gegen die unerlaubte Verwendung kann ich nichts machen. Es bringt auch nichts, mit irgendwelchen Layout-Spielereien und Scripten gegen den "Rechtsklicker" vorzugehen. Wer ein Bild herunterladen will, der schafft es auch - wer es heruntergeladen hat, kann es dann natürlich auch überall veröffentlichen.
  2. Die Bilder durch drastische Qualitätsreduzierung "unbrauchbar" zu machen, fände ich Unfug: wozu macht man sich die ganze Arbeit? Kann ich also knicken.
  3. Ein Wasserzeichen erleichtert es, die eigene Arbeit nachzuweisen. Es steht im Bild und ist nicht zu entfernen, ohne daß Spuren zurückbleiben.
  4. Ich veröffentliche niemals Bilder in der Originalauflösung. Die Größe begrenze ich derzeit auf 2.500x2.500 Pixel. Das doppelt so hoch aufgelöste Original, natürlich auch die RAW-Dateien, gebe ich niemals heraus. Wenn mal ein Model ein voll aufgelöstes Bild haben möchte, nur als TIFF - niemals als RAW!
  5. Ich verfolge ohne Unterschied jede einzelne Urheberrechtsverletzung. Spricht sich das herum, so hört das hoffentlich irgendwann mal auf.

Wie man aber die Wasserzeichen ins Bild bekommt, lest Ihr auf den nächsten Seiten.