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Schweden 2016 - Tag 21 - Naturreservat Almö

Abends im Naturreservat Almö

15.09.2016 - Wir reisen am Nachmittag in Karlskrona ab und begeben uns nur ein kleines Stück weiter nach Westen. Im Schärengarten zwischen all den kleinen Inselchen befinden sich unzählige kleine Naturschutzgebiete. Am Rande eines solchen Gebietes finden wir einen kleinen ruhigen Parkplatz nicht weit von der Straße, und eigentlich inmitten der Natur. Einziger Haken wie bei allen schwedischen Naturschutzgebieten ist, dass Carlo nicht ohne Leine hineindarf.

Grabenpflege mit Mähmaschine

Die Grabenpflege erfolgt mitten in der Nacht mit viel Lärm: sehr langsam arbeitet sich eine schwere Maschine mit jeder Menge Licht durch die Nacht, und mäht den Seitenstreifen. Davor und dahinter findet sich weder eine Absperrung noch sonst irgendwas, wie wir es bei uns ja immer sehen. Hier ist die Maschine einfach nur deutlich gekennzeichnet, und dem schwedischen Autofahrer reicht das auch. Dadurch, dass nachts gearbeitet wird, stört es im übrigen auch niemand. So geht das eben in Schweden ... hier wäre man ja schon für den Nachtzuschlag des Fahrers zu geizig ...

Im Naturreservat Almö

Wir begeben uns nach dem Frühstück in das Naturreservat. Hier gibt es auch ein paar Kühe, die sich aber in eine andere Richtung als wir bewegen. Gestört fühlen die sich nicht.

Im Naturreservat Almö

Es liegen hier zahlreiche abgestorbene Bäume herum. Die sind tatsächlich schneeweiß und liegen bestimmt schon Jahrzehnte hier. Das Naturschutzgebiet scheint aber noch nicht so sehr alt zu sein.

Im Naturreservat Almö

Mit dem Geländewagen links war eine Studentin aus Deutschland hier oben unterwegs, oben drauf ein Zelt und unten eine Menge Gepäck. War eine nette Unterhaltung am frühen Morgen! Rechts steht unser Wohnmobil. Immer noch sind alle Fenster und Luken auf, muss so sein: es war an diesem Tag wieder sehr, sehr warm ...

Im Naturreservat Almö

Eine Seltenheit in Schweden sind Zäune, hier ist schon mal einer laughing der trennt das Naturschutzgebiet vom bewirtschafteten Weideland. Den Kühen war das egal, denn Durchlässe gibt es genügend. Schließlich können die ja auch schwimmen!

Im Naturreservat Almö

Eine typische Schärengegend. Viele Felsen, große Klippen, Inseln und Inselchen ... einfach nur gucken und drauflos geht hier aber nicht, der Boden ist sehr uneben und hat viele tückische Löcher.

Im Naturreservat Almö

Weitere abgestorbene Bäume stehen hier noch immer. Möglicherweise ist doch noch ein wenig Leben in den Wurzeln, wer weiß.

Im Naturreservat Almö

Geradezu unwahrscheinlich rot leuchten Himbeeren aus dem Gebüsch. Hier könnte man selbst Mitte September noch reiche Ernte machen. Überhaupt ist das in Schweden nicht ungewöhnlich, wir sahen so oft kleine Gruppen, die sich mit Eimern ausgerüstet auf den Weg in die Wälder machten. Vom Genuß der Pilze allerdings möchte man abraten, noch immer ist der Boden wegen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl radioaktiv belastet.

Im Naturreservat Almö

Das ist das Gelände, in dem wir uns schwerbepackt mit einem neugierigen Hund tummeln dürfen. Carlo möchte natürlich liebend gerne ohne Leine herumstöbern, aber das ist hier nicht erlaubt und wir halten uns dran.

Felsen im Naturreservat Almö

Die Küste ist als Badestrand denkbar ungeeignet. Zwischen den rutschigen Felsen kann man sich sehr nett die Beine brechen, und dazu ist dieser Bereich hier ziemlich abgelegen. Das ist nicht so die Traumvorstellung von einem Badeurlaub, aber dazu sind wir ja auch nicht hier. Übrigens gibt es weiter draußen tatsächlich eine Badestelle.

Schlange im Naturreservat Almö

Carlo schnuppert und schnuppert und möchte den kleinen Ast gerne anknabbern, plötzlich bewegt der sich und schlängelt sich weg ... es ist eine nicht sehr kleine braune Schlange, die unserem Carlo einen ganz schönen Schreck einjagt; er hüpft mit allen vieren hoch und verbellt das Tier! laughing

Im Naturreservat Almö

Manchmal müssen wir ziemliche Umwege machen, um uns hier von A nach B zu bewegen. Denn dort, wo eben noch die Kühe standen, ist es ganz schön sumpfig mit nur wenigen halbwegs trockenen Flecken.

Im Naturreservat Almö

Belohnt werden wir links und rechts durch Seen, Bäume, Beeren am Strauch und schöne Farben überall.

Im Naturreservat Almö

Die Schären kann man tagelang erkunden, und das wird einfach nicht langweilig, so abwechslungsreich ist die Landschaft.

Die große Klippe im Naturreservat Almö

Auf solchen großen Klippen ist übrigens das Lagerfeuer verboten. Zu oft platzen diese Riesen, und das kann sehr gefährlich werden.

Carlo badet im Naturreservat Almö

Carlo darf trotzdem ein Bad nehmen. Sein Blick zeigt uns aber, dass er lieber ohne Leine im Wasser planschen würde ...

Im Naturreservat Almö

Manchmal sieht es im Gelände aus, als sei da ein Weg, aber dann endet der in einem Gebüsch. Das war es dann - umdrehen, anderen Weg suchen.

Im Naturreservat Almö

Überall hängen Beeren in knalligen Farben. Wer jetzt nicht erntet, wird in wenigen Wochen auch nichts mehr finden. Die Temperaturen werden Ende September schnell heruntergehen, dann kann es nachts ziemlich kalt werden. Dabei sind wir gerade mal, was den Breitengrad angeht, lächerliche 100 ... 150 km nördlich von Flensburg!

Hier müssen wir mal runterklettern - dort geht es zum Parkplatz zurück

Es sieht hier vielleicht nicht so aus, aber da hinunter ist doch ein wenig tricky mit der Kletterei. Wir müssen aufpassen, dass Carlo nicht an der Leine zieht, denn eigentlich brauchen wir drei Hände zum Festhalten.

Im Naturreservat Almö

Die Farben sagen uns: ja, hier wird der Herbst bald schon alles in Rot und Gold verfärbt haben. Die äußeren Teile dieses Strauches dürften schon ein wenig Frost mitbekommen haben. Wir müssen unbedingt nächstes Mal auch die Temperaturen aufschreiben. Ich meine, es war tagsüber sehr warm und nachts noch nicht so kalt, dass geheizt werden musste.

Nachdem wir wieder beim Wohnmobil sind, starten wir noch einmal den Quadcopter - das haben wir leider diesmal nicht sehr oft gemacht in diesem Urlaub!

Das Naturschutzgebiet Almö, der Schärengarten als Luftaufnahme

Aus geringer Höhe erkennt man schon den dichten Baumbestand. Unten am Bildrand der Zaun vom Parkplatz.

Das Naturschutzgebiet Almö, der Schärengarten als Luftaufnahme

Der Blick nach Süden zeigt die Ostsee und davor -zig kleine Inseln des typischen Schärengartens. Hier mit dem Boot unterwegs zu sein ohne Ortskenntnis, das muss gruselig sein.

Das Naturschutzgebiet Almö, der Schärengarten als Luftaufnahme

Die kleine K673 mit Blickrichtung Norden. Man sieht sehr schön, dass alles links von der Straße eine große Klippe ist.

Das Naturschutzgebiet Almö, der Schärengarten als Luftaufnahme

Strand im Sinne von "Sandstrand" gibt es hier nicht so viel. In der Regel gibt es hier Felsen und das war es dann auch. Die Wassertiefe kann schnell zunehmen, das weiss man alles nicht, wenn man mal ins Wasser gehen sollte. Jedenfalls ist das nicht ohne, unter Wasser gibt es auch tückische Löcher.

Das Naturschutzgebiet Almö, der Schärengarten als Luftaufnahme

Nach Südosten zu würde man aus mehr Höhe noch gut Karlskrona am linken Bildrand erkennen. Übrigens gibt es hier noch sehr viele Küstenbefestigungen, die zwar verfallen sind, heute aber immer noch nicht betreten werden dürfen.

Vom Naturschutzgebiet Almö aus fahren wir am Nachmittag noch weiter nach Westen /Nordwesten. Wir wollen noch nach Lunnabacken, dort gibt es ein kleines Freilichtmuseum. Unterwegs kommen wir wieder an einer typisch schwedischen Kirchr vorbei, ein Gebäude aus Stein und der Kirchturm (aus Holz) etwas davon abgesetzt.

Steinkirche

Der Kirchturm enthält meist nur die Glocke, allenfalls noch ein paar Gartengeräte im unteren Teil des hölzernen Turms. Die getrennte Bauweise hat statische Vorteile.

Hier ist eine Karte vom Naturschutzgebiet Almö (wir übernachteten bei der Markierung):


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Und weiter geht es hier: Schweden 2016 - Tag 22 - Lunnabacken und ein verlassenes Haus