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Rentner werden von der "Tafel" abgewiesen - Wahrheit oder Erfindung?

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Die Tafeln selbst sind übrigens auch im Netz vertreten.

Da gibt es z.B. diesen lesenswerten Artikel: http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fluechtlinge-sind-bei-den-tafeln-nicht-nur-geduldet-sie-sind-willkommen.html

Für die Ungeduldigen, die das nicht ganz lesen möchten: an der Tafel wird nicht zwischen deutschen Rentnern und Flüchtlingen unterschieden.

Übrigens wurde die "wahre Geschichte" schon kurz darauf von ihrer Verfasserin zum Teil "zurückgenommen". Dieses neue Statement lautet vollständig:


"Sorry, ich nehme fast alles zurück...die Tafel hatte Mitleid und hat ihr doch eine Futtertüte gepackt, damit sie nicht verhungert...Diese Möhren, wurmstichige Champignons und ein kleiner Blumenkohl, sowie harte Kekse waren der Inhalt...meine Nachbarin hat sich inzwischen zurück gezogen und haut sich mal so richtig den Bauch voll mit den Leckereien !!!!"

Na, wenn das so ist: warum löscht sie nicht die offensichtlich erste doch unwahre Geschichte? Oder berichtigt sie in einem Kommentar dazu? Die Antwort ist: es geht nicht um "Berichtigung". Es geht darum, nochmal nachzutreten. Jetzt sind es die vergammelten Lebensmittel, die die anonym bleibende Rentnerin jetzt essen muss, während - so wohl die Intention der Schreiberin - die "Asylanten" sich an Köstlichkeiten rund und dick fressen können.

Verbreitet so einen Schwachsinn bitte nicht, Leute! Ihr schadet damit nämlich auch den Tafeln: sobald die in den Verdacht kommen, hier geht es nicht mit rechten Dingen zu, verlieren sie viele dringend notwendige Spender. Die Tafeln haben auch ohne solche Verunglimpfungen schon echt genug Probleme, genug Lebensmittel zusammenzukriegen.

Und noch etwas: ich denke mal, es gibt unter den Flüchtlingen eine Mehrzahl, die einfach nur um ihr Leben gerannt ist. Spaß macht es sicher nicht, in einem unbekannten (und, wie wir sehen, teilweise recht feindlichen!) Land herumzusitzen und nichts tun zu dürfen. Es gibt auch die sogenannten "Wirtschaftsflüchtlinge", die sehen, wie gut es uns hier geht, und sich das auch wünschen - deswegen kommen die auch zu uns. Ja und? Wenn wir im Dreck sitzen ohne jede Perspektive, ohne soziale Absicherung und ohne alles, eine Terrorgruppe marodiert durch die Gegend und hat schon die halbe Nachbarschaft abgeschlachtet: wer würde da nicht flüchten? Die Hetzer bei uns können ja gerne mal in die nordafrikanischen Länder gehen und dort das Elend tatkräftig lindern helfen. Na los, traut Euch. Mal sehen, wann ihr nach Mami ruft und wieder am deutschen Flughafen erscheint ...

 

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