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Wir gehen in die Luft!

Zuwachs in unserer technischen Ausstattung

Quadcopter (DJI Phantom 2 Vision)

Seit einigen Monaten nun freuen wir uns über unser neuestes Ausrüstungsteil: unseren DJI Phantom 2 Vision. Das ist ein sogenannter "Quadcopter", wie es ihn schon in vielen unzähligen Varianten und in einem Preisbereich von "niedrig dreistellig" bis zu "gehobener Mittelklassewagen" zu kaufen gibt. Es ist übrigens keine Drohne, obwohl das umgangssprachlich immer wieder mal so behauptet wird. Als Drohne werden unbemannte Luftfahrzeuge beschrieben, aber der Quadcopter ist ein Flugmodell - der Unterschied ist wesentlich, weil das Flugmodell größere Freiheiten bietet, wenn es um benötigte Aufstiegserlaubnisse und Flugmöglichkeiten geht.

Wir haben uns für genau dieses Modell entschieden, weil:

  • es gibt viele positive und nur sehr wenige negative Erfahrungen von Besitzern im Web;
  • das Teil hat eine ausgesprochen intelligente Flugsteuerung (mehr dazu dann weiter unten im Text);
  • es ist komplett ohne Bastelei mit einer brauchbaren Kamera ausgestattet;
  • die flugtechnische Steuerung erfolgt über Fernbedienung, die Kamera hingegen wird über Smartphone-App gesteuert und überträgt auch ein Livebild (plus Telemetriedaten);
  • es liegt weit unterhalb der durch Sechs-Kilo-Grenze, bis zu ein Flugmodell erlaubnisfrei betrieben warden kann!

Wozu dieser teure Spaß?

Wir machen damit künftig Luftaufnahmen: sowohl Standbilder als auch (HD-) Videos. Der Quadcopter ist weitgehend stabilisiert (GPS und Barometer wirken auf den Flug-Prozessor) und damit sehr einfach zu fliegen. Das ist von Vorteil, weil man sich dann nicht vollständig darauf konzentrieren muß, das Fluggerät in der Schwebe zu halten.

Wie fliegt sich sowas?

Eigentlich einfach, wenn man konzentriert ist und umsichtig das Gerät handhabt! Die Startprozedur sollte man genau nach "Schema F" durchziehen (oder "Nullachtfuffzehn" Wink) und Schritt für Schritt abarbeiten; klappt ein Schritt nicht: alles auf Null, nochmal anfangen. Unsere Minimal-Checkliste lautet also:

  1. Sind alle Batterien / Akkus voll / aufgeladen?
    1. Fernbedienung,
    2. WLAN-Sender für die Kamera,
    3. Akku des Quadcopters und
    4. Smartphone (!)
  2. Startplatz und Flugbereich nicht in einer Verbotszone? Die Sperrgebiete können bei der Deutschen Flugsicherung herausbekommen werden, und es gibt noch ein paar Standard-Verbote (führt hier jetzt zu weit)
  3. Quadcopter rundum einwandfrei in Ordnung? Propeller alle okay? Gelegentlich mal nachziehen, die Schrauben ...
  4. Windstärke nicht zu hoch? Ab etwa 4 Bft macht es kaum noch Spaß: Das Filmen wird dann z.B. unruhiger als nötig, weil der Quadcopter sich laufend gegen den Wind stemmen muß und deswegen auch "schaukelt". Außerdem steigt dann der Stromverbrauch, und die Netto-Flugzeit sinkt.
  5. Einschalten der Systemkomponenten:
    1. WLAN-Range-Extender,
    2. Smartphone - DJI-App aufrufen,
    3. Fernbedienung, und danach erst
    4. ggf. Kamera am Quadcopter auf "WLAN" stellen, und ganz zum Schluß:
    5. Quadcopter (am Akku) einschalten.
  6. Jetzt den Kompaß kalibrieren nach Anleitung. Auf die LED-Signale achten (gelb wird zu grün usw.). Das ist bei Tageslicht nicht einfach, aber die LED sind hell genug. Eine falsche Kalibrierung wird mit speziellem Blinksignal angezeigt (und auch in der DJI-App).
  7. Wenn Kompaß-Kalibrierung abgeschlossen ist, beobachten was die hinteren LED anzeigen: nach einem ersten längeren "Flackern" in der Farbe "Grün" ist ein GPS-Signal vorhanden. Ohne GPS-Signal sollte man als Anfänger nicht starten!
  8. Copter auf eine ebene Fläche stellen für den Start.
  9. In der App wird die Anzahl der gefundenen GPS-Satelliten signalisiert. Unter 6 oder 7 Satelliten (rechts oben im Display) kann keine einwandfreie GPS-Position erkannt werden. Der Copter kann die Startposition dann auch noch nicht feststellen. Erst bei einem zweiten grünen LED-Flackern der hinteren LED ist die GPS-Position gespeichert. Die Anzahl der GPS-Satelliten in der App ist nun blau statt grau.
    Ohne guten GPS-Empfang, z.B. auf einer Waldlichtung, kann man nach dem ersten Flackern starten und senkrecht aufsteigen bis über die Baumgipfel, dort den Copter beobachten. Er wird dann nach ein paar Sekunden sicher das zweite GPS-Signal ausblinken.
  10. Jetzt Motoren anlaufen lassen, und ein paar Sekunden horchen: laufen sie leise und ohne auffällige Geräusche?
  11. Starten, und Fliegen Embarassed
  12. Wenn weniger als 6 oder 7 GPS-Satelliten vom Quadcopter gefunden werden (Anzeige rechts oben im Kamerabild der DJI-App beobachten!), dann wird der Quadcopter seine horizontale Position nicht halten können und bei Wind auch gerne abdriften. Das zweite LED-Flackern in grün hat dann beim Start gefehlt. In diesem Fall fliegt man am besten im sog. ATTI-Mode.

    Das muß man wissen, und Abweichungen dann mit der Fernbedienung ausgleichen! Weil der Quadcopter sehr gutmütig fliegt, gibt es dabei normalerweise auch keine Probleme.