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In der Kaserne Krampnitz

 In der Kaserne Krampnitz

Im Frühjahr 2012 ein erster Besuch in dieser spannenden Location. Leider konnten viele Gebäude nicht betreten werden, aber einige hatten offene Türen oder Fenster. Im Kasino hatten die Vandalen noch nicht so gewütet (wie dann beim nächsten Besuch 2013 zu sehen) und die letzten vorhandenen Artefakte gestohlen, soweit sie sich wegschleppen ließen. Hier waren auch die aus sowjetischer Nutzung stammenden Wandmalereien noch völlig intakt. Der Typ, der sie danach mit Sprühfarbe überschmierte, dem sollte man die Spraydose in den Arsch schieben und dann elektrisch zünden.

Die Kaserne soll inzwischen mit einem groß angelegten Programm wenigstens teilweise wiedergenutzt werden. Etliche Gebäude stehen unter Denkmalschutz, der Zustand der meisten scheint aber hart an der Grenze zum Reparierbaren zu sein:

Im westlichen Teil des Geländes gibt es nach den Luftaufnahmen etliche Gebäude, die bereits eingestürzt sind; im südlichen Teil ist eine kleine Wohnsiedlung vorhanden. Die 350 Millionen Kosten für den Umbau, von denen z.B. die Berliner Zeitung spricht, sind eine heftige Nummer. Noch ein Hinweis in eigener Sache: diese Bilder dokumentieren, wie es dort aussieht, nicht mehr und nicht weniger.

Auf zwei Bildern ist übrigens ein Hakenkreuz zu sehen, das dort heute noch gut erhalten in einem Deckenmosaik enthalten ist. Das Hakenkreuz habe ich bewußt nicht herausretuschiert, weil ich der Meinung bin: wenn es dort immer noch zu sehen ist, müssen sich die sowjetischen Nutzer ja auch was dabei gedacht haben. Ist es dort als Mahnung? War es verdeckt? Übermalt war es nicht - ich finde, wenn man diese Relikte nach all den Jahren auf dem Gebiet einer ehemaligen sowjetischen Kasernenanlage findet, kann das dokumentiert werden.

Mit anderen Worten: das Symbol wird hier nicht aus Propagandagründen gezeigt, sondern weil diese Fotoserie eine Dokumentation des Ist-Zustandes darstellt und dieser kleine Artikel die Geschichte der Kaserne in Wort und Bild zusammenfasst. Es bildet auch einen interessanten (politischen? weltanschaulichen?) Kontrast zu den ebenfalls immer noch zahlreich vorhandenen "roten Sternen" und anderen sowjetischen Symbolen.

(Bevor Ihr jetzt zetert "herrje! er nennt den genauen Ort!" -- die Liegenschaft ist längst kein Geheimtipp mehr, und es finden bereits Baumaßnahmen dort statt, letztendlich berichtet auch die Presse fortlaufend ... also keine Aufregung bitte! Ich lege noch einen drauf, es folgt eine genaue Karte )


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