Heute mal was Besonderes - ein Rundgang durch Arnis, eine Entdeckungsreise durch Deutschlands kleinste Stadt!
Arnis, idyllisch auf einer schmalen Halbinsel im Ostseefjord Schlei gelegen, ist mit nur wenigen hundert Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands. Gerade ihre Überschaubarkeit macht ihren besonderen Reiz aus: Innerhalb einer guten Stunde lässt sich der gesamte Ort bequem zu Fuß erkunden und bietet dabei zahlreiche Eindrücke von maritimer Geschichte, norddeutscher Baukunst und einer einzigartigen Landschaft.
Unser Rundgang beginnt auf dem Parkplatz am Ortseingang. Von hier aus fällt der Blick zunächst auf das ruhige Noor, einen geschützten Seitenarm der Schlei, an dessen Ufer Segelboote und kleine Yachten vor Anker liegen. Jetzt entscheidet man sich, welchen Weg man nimmt: geradeaus Richtung Rathaus (quasi die City von Arnis), oder aber (besser!) am Wasser (dem Noor) den kleinen Weg entlang.
Wir empfehlen die erste Variante zu nehmen:
Variante 1 - "am Noor entlang":
Gegenüber vom Parkplatz kannst du nach links gehen und dir die kleine Marina der WSG Arnis ansehen. Dort befindet sich auch ein Wohnmobilstellplatz (nur Mai - September geöffnet!). Richtung Arnis dann auf der linken Seite der Beschilderung folgen, der Fußweg ist schmal und wohl nur bedingt barrierefrei. Wir gehen also im Uhrzeigersinn um die Schlei-Metropole herum. Es geht dann hinten an Gärten vorbei, eigentlich: "durch" Gärten, weil manch ein Grundstück vom Weg durchschnitten wird. Man respektiere bitte die Zäune, Hecken und Tore. Arnis ist sehr touristisch und möchte es auch bleiben, das geht aber nicht lange gut, wenn Fremde dauernd durch die privaten Gärten streifen.
Schilfflächen, Feuchtwiesen und das ruhige Noor bilden einen reizvollen Kontrast zum lebhaften Hafenbereich und machen deutlich, wie eng Natur und Ortsgeschichte miteinander verbunden sind. Die Schlei gehört heute zu einem europaweit geschützten Natura-2000-Gebiet und bietet zahlreichen Vogel- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum.
Gelegentlich gibt es eine Sitzbank zum Rasten, nutzt sie und genießt die Ruhe dort. An der Landspitze hat man beste Aussicht auf die Boote. Im Winter /Spätherbst natürlich nicht, da sind nur die ganz Harten auf dem Wasser. Weiter geht es an fast endlosen Steganlagen vorbei. Guckt aber links und rechts, es gibt immer wieder was zu sehen. Quer durch die Werften, da bitte aufpassen, manchmal wird da auch zu unerwarteten Zeiten gearbeitet. Mit Glück liegt bei Eberhard die "Alexandra" (ein Dampfschiff aus Flensburg).
Hier ist auch eine Seilfähre in Betrieb. Der Fahrplan ist einfach: sind genug Passagiere mit und ohne Fahrzeug drauf, wird gefahren, sonst gewartet. Die Überfahrten kosten nicht die Welt, Wollt ihr mit dem Wohnmobil rüber, erst fragen - schwere Fahrzeuge könnten eventuell nicht zugelassen sein, und in Arnis rückwärts fahren oder gar wenden ist mit so einem Fahrzeug Drama.
In der "Schleiperle" konnte man immer gut einkehren. Die Sicht ist wohl einzigartig, und im Sommer ist hier pickepackevoll. Die "Strandhalle" ist ein paar Meter weiter und nach den Bewertungen sogar noch besser - wir waren mal da, aber wie es uns da gefallen hat, habe ich vergessen.
Jetzt noch weiter bis zum Strand (im Winter ist da nichts los). Die historische Schifferkirche aus dem 17. Jahrhundert ist gleich nebenan. Im Inneren erinnern zahlreiche Votivschiffe an die enge Verbindung der Bewohner mit der Seefahrt und an die Hoffnung der Seeleute auf eine sichere Heimkehr. Hinter der Kirche liegt der kleine, von alten Bäumen umgebene Friedhof, der auf einer leichten Anhöhe über der Schlei ruht und einen wunderschönen Blick auf das Wasser eröffnet. Da unbedingt auch noch mal gucken!
Der Rückweg sollte dann über die "Lange Straße" führen, also hier beginnt quasi die ...
Variante 2 - durch die "Lange Straße"
Vom Parkplatz aus gesehen erreicht man schon nach wenigen Schritten das Rathaus, in dem während der Sommersaison regelmäßig Kunstausstellungen stattfinden.
Anschließend führt der Weg weiter durch die Lange Straße, die seit der Gründung von Arnis im Jahr 1667 das Rückgrat der Stadt bildet. Alte Linden säumen den Straßenverlauf, während liebevoll gepflegte Kapitäns- und Fischerhäuser mit Fachwerkfassaden, Reetdächern und den für Schleswig-Holstein typischen Utluchten vom Wohlstand der einstigen Schifferfamilien erzählen. Kleine Vorgärten mit Stockrosen und Hortensien verleihen der Straße besonders im Sommer einen malerischen Charakter.
Unterwegs lohnt sich immer wieder ein Blick in die schmalen Seitengänge, die hinunter zum Wasser führen. Hier liegen kleine Bootsanleger, Werften und Werkstätten, die bis heute zeigen, dass der Bootsbau und die Seefahrt in Arnis lebendige Tradition geblieben sind. Die Mischung aus Wohnen, Handwerk und Wassersport prägt das unverwechselbare Ortsbild. Verwechselt bitte nicht einen Seitengang mit einem öffentlichen Weg, meist steht schon dran, ob man da durch darf.
An der Landspitze wart ihr schon, wenn ihr wie empfohlen die erste Variante gewählt hattet, jetzt entweder auf der anderen Straßenseite zurück oder nun den Weg am Wasser lang.
Tipps:
- Für den Rundgang solltest du etwa 90 bis 120 Minuten einplanen. Wer unterwegs in einem der Cafés oder Restaurants einkehrt oder die Schifferkirche besichtigt, verbringt leicht einen halben Tag in diesem außergewöhnlichen Ort. Besonders stimmungsvoll ist ein Besuch am frühen Morgen oder in den Abendstunden, wenn sich das Licht der Schlei in den Bootsmasten spiegelt und Arnis seine ganze maritime Atmosphäre entfaltet.
- In Arnis ist abgesehen vom Parkplatz am Ortseingang nur noch ein weiterer kleiner Parkplatz am Strandweg vorhanden. Ansonsten ist hier Anwohner-Parkzone und Tickets werden gern und konsequent verteilt.
- Folgt man dem Weg weiter hinter dem Strand entlang Richtung Westen, geht es eine Weile an der Schlei entlang, dann biegt der Weg landeinwärts (links soll noch eine Wetterschutzhütte sein), und man kommt schließlich zwischen den Feldern durch nach Grödersby. Von dort aus rechts halten, um wieder nach Arnis zu gelangen.
- Wenn man zur Marina der WSG Arnis geht (s.o.), und dann noch ein paar Meter weiter (quasi Richtung Grödersby), gibt es nach rechts abzweigend einen weiteren Weg. An der Ecke liegt ein Stein, und da steht noch ein Schild der WSG, also nicht zu verfehlen. Diesem Weg folgend gelangt ihr schließlich nach Kappeln. Je nachdem, wohin ihr wollt, ist das eine ziemliche Strecke, nehmt also das Rad. Bis zum Museumshafen sind es z.B. ~ 3 Kilometer.



































































