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Satire! Achtung! Böse! Gemein! Satire!

Aufatmen in Brüssel und London - Deutscher Rettungsplan für die EU vorgestellt!

(wpa) Nach dem britischen Referendum in der vergangenen Woche saß der Schock tief: Großbritannien muß nach 43 Jahren die Europäische Union verlassen. In ganz Europa standen die Zeichen auf Trauer und Entsetzen, die Börsenkurse fielen ins Bodenlose, und selbst der Schmalspur-Sultan vom Bosporus setzte einen Tag mit den ansonsten im Minutentakt geschriebenen Strafanzeigen gegen seine Kritiker aus.

Der Austritt Großbritanniens aus dem gemeinsamen Wirtschafts- und Sozialraum würde die Europäische Union ein für allemal erheblich schwächen, soweit bestand Konsens quer über alle Parteigrenzen hinweg.

Je nach politischem Lager wurden die diversen Szenarien noch in der einen oder anderen Variante abgerundet: von transatlatischen Propagandamedien wie dem "SPIEGEL" beispielsweise erwartete man fast einhellig als nächsten Titel eine riesige blutrote Hand, die aus dem Satansreich Rußland über Europa hinweggreifen würde. Die ersten Reaktionen dieses Qualitätsmediums entsprachen dann auch im Wesentlichen den Vorgaben, die den "SPIEGEL"-Redakteuren aus Washington "freundschaftlich geraten" wurden. Die "ZEIT" wollte einen ähnlichen Aufmacher bringen, war daran aber durch einen "ungünstigen Drucktermin" (eine Woche zu spät) daran gehindert.

Nur aus Berlin war zunächst die übliche Ruhe zu vernehmen, obwohl hinter den Kulissen die Drähte glühten. Konnte man die Briten einfach so ziehen lassen? Immerhin: für die seit Jahren ganz schön unrund laufende Union konnte man bislang ja immer die Briten so herrlich verantwortlich machen:

  • Finanzkrise? Schuld der Londoner City.
  • Arbeitslosigkeit? Schaut euch nur die Briten an: woher stammen denn hierzulande die ganzen unseriösen "Teer-Kolonnen"?
  • Kriege und Terrorismus? Haben die Briten als 51. Bundesstaat der USA mit zu veantworten.
  • Schlechtes Wetter? Da kann es ja keinen Zweifel geben - das haben DIE erfunden!
  • Mieses Essen? Haha.

Die Bundesregierung stand unter erheblichem Druck, bis die Kanzelerette persönlich DIE Lösung hatte. Im Interview stellt sie nunmehr - exclusiv und nur hier! - ihren Rettungsplan vor.

Das Interview wurde übrigens durch die Redaktion handschriftlich (und durch den BND elektronisch) aufgezeichnet. Einen Mitschnitt dieses Beitrages erhalten Sie über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Redaktion: Frau Bundeskanzlereuse, vielen Dank, daß Sie sich die Zeit nehmen, um dem Volk ein paar überaus wichtige Dinge zu erklären.
Merkel: Vielen Dank im Gegenzug für die Möglichkeit, meinen neuesten unausgegorenen Schmarren unter das Volk zu streuen!
R.: Frau Merkel, Sie haben einen Rettungsplan für die Europäische Union, um die Folgen des sogenannten "BREXIT" abzumildern. Könnten Sie den Plan für unser Volk kurz skizzieren?
M.: Herr Redaktion, wie Sie möglicherweise wissen, sind die Folgen eines britischen Austritts aus der EU gravierend. Jetzt kommt es darauf an, sowohl das britische Referendum umzusetzen, aber auch die Interessen der verbleibenden EU-Mitglieder an der fortbestehenden Mitgliedschaft Großbritanniens zu wahren.
R.: Das widerspricht sich doch?
M.: In der Politik gibt es immer erhebliche Widersprüche. Dafür lassen sich Politiker ja nun mal kaufen, um gerade solche Widersprüche zu verwischen und aufzulösen. Äh ... wollte sagen: dafür sind wir Politiker ja da. Empfänglich. Ja.
R.: Ah.
M.: Ja.
R.: Wie kann man denn die europäischen Interessen nun wahren?
M.: Wir müssen diejenigen Briten, die in der EU bleiben wollen, in der EU behalten. Diejenigen, die gehen wollen, können natürlich sofort gehen. So einfach ist das.
R.: ?
M.: Schauen Sie: 52% der Briten wollen raus aus der EU, und 48% möchten drinbleiben. Also bei 65 Millionen Einwohnern jeweils grob gerechnet die Hälfte. Das ist ganz einfaches Rechnen.
R.: ??
M.: Die Zahl ist der Schlüssel.
R.: ???
M.: (nach einem langen Seufzer) Also. Bayern hat 13 Millionen Einwohner. Wir tauschen ganz einfach: Bayern wird ein unabhängiges Königreich, mit einer Queen Horst I. als Staatsoberhaupt. Das wollen die doch sowieso schon seit Jahrzehnten immer wieder mal durchsetzen. Verdammtes Sezessionistenpack. Dafür nehmen wir England als 16. Bundesland auf, aber ohne Nordirland, Wales und Schottland. Nordirland vereinigt sich sowieso mit Irland, Wales und Schottland werden unabhängig und haben die Option, ein Beitrittsgesuch zur Bundesrepublik Deutschland zu stellen. Also als 17. und 18. Bundesland.
R.: Ich bin sprachlos. Das heißt, als Redakteur labere ich natürlich ohne Unterbrechung weiter. - Diesen Plan werden die Briten doch nicht akzeptieren, oder?
M.: Sie werden es wohl oder übel müssen. Wer mit "NEIN ZU EUROPA" abgestimmt hat, kann das Land immer noch Richtung Bayern verlassen und dort um Asyl nachsuchen. Das heißt natürlich, nur solange der Zaun noch nicht steht. Eine gewisse Zeit lang wird es natürlich eine Wanderungsbewegung in Europa geben, aber das ist nur die konsequente Folge der unverantwortlichen britischen Entscheidung gegen ein vereintes Europa. Strafe muß sein.
R.: Wenn 30 Millionen Engländer in das Königreich Bayern ziehen, wird das nicht eine demografische Katastrophe auslösen?
M.: Es ziehen seit jeher schon jedes Jahr Millionen Engländer in alle möglichen Urlaubsparadiese. Auch diese kleinen Katastrophen haben wir in Europa Jahr für Jahr bewältigt. Was sollte sich bei einer permanenten Nachbarschaft von Engländern schon groß ändern? Am Samstag eine Kneipenschlägerei mehr, plus diverse Fußball-Hooligans. Damit kann Bayern schon umgehen. Dazu kommt noch: es werden längst nicht alle EU-Gegner aus dem ehemaligen Großbritannien nach Bayern abwandern, sondern sicher nur eine Minderheit. Dafür sorgen schon die wirklich gräßlichen lokalen Gebräuche im Königreich Bayern. Denken Sie mal an das ewige Rumgejodel! Wahrscheinlich gehen ohnehin nur verschrobene Sonderlinge und Monarchisten, die würden sich dort ohnehin heimisch fühlen.
R.: Nehmen wir an, es seien auch nur 10 Millionen EU-Gegner, die in das Königreich Bayern einwandern würden: ist denn überhaupt genug Platz dort vorhanden?
M.: Die Frage nach "Volk ohne Raum" wurde im vergangenen Jahrhundert schon mal gestellt. Ich komme im Moment nur nicht drauf, von wem. Ich denke, in den Archiven sollten wir zu diesem Problem immer noch das eine oder andere brauchbare Rezept haben. Und ansonsten ... geben Sie den EU-Gegnern mal eine Woche bayrische Weißwurst zu essen statt gebackene Bohnen, da sollten Sie mal sehen, wie sie plötzlich umdenken. Im positiven Sinne.
R.: Frau Merkel, der Tausch Bayern gegen England ist ja ein wirklich verwegener Plan: glauben Sie, der hat eine tatsächliche Chance auf eine Umsetzung?
M.: Herr Redaktion, es geht hier längst nicht mehr um einen Plan. Meinen Sie, das habe ich mir alles in den paar Tagen ausgedacht? Denken Sie etwa, der Ausgang des britischen Referendums war uns nicht längst vorher klar? Wir sind schon mitten in der Umsetzungsphase. Sie müssen mich nun entschuldigen, der Botschafter des Königreichs Bayern wünscht eine Audienz.